Aus der Kirche austreten: Vorgehensweise, Vor- und Nachteile

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Aus der Kirche austreten: Vorgehensweise, Vor- und Nachteile

Jeden Sonntag versammeln sich Christinnen und Christen aus aller Welt, um im Namen Jesu zu singen, zu beten und die Gegenwart Gottes zu feiern. Der Gottesdienst ist eine offene Einladung für alle. Hier erfahren die Menschen Gemeinschaft, finden Trost und Hoffnung und lauschen auf das Wort Gottes.
Im Jahr 2022 betrugen die Steuereinnahmen der katholischen und der evangelischen Kirche zusammen mehr als 6,24 Milliarden Euro. Jedoch sind finanzielle Überlegungen nicht die einzigen Beweggründe, aus der Kirche auszutreten. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Gläubige diese Entscheidung treffen.
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Aus der Kirche austreten: persönliche Vorsprache nötig

Vor allem die katholische Kirche trifft eine hohe Zahl von Kirchenaustritten. Warum jemand aus der Kirche austreten möchte, ist durch persönliche Gründe bedingt. Teilweise sind es die finanziellen Aufwendungen, die mit der Kirchensteuer erbracht werden müssen. Meist jedoch geht es um die Skandale, die besonders im Zusammenhang mit der katholischen Kirche bekannt geworden sind und immer noch werden.

Die Gläubigen vertrauen ihrer Kirche nicht mehr und möchten sie weder persönlich noch finanziell unterstützen. Als Folge der Entscheidung möchten sie aus der Kirche austreten. Damit das rechtsgültig ist, ist eine persönliche Vorsprache beim zuständigen Amtsgericht am Wohnort nötig.

Dazu müssen einige Dokumente vorliegen:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • aktuelle Meldebescheinigung
  • Personenauskunft mit Namen, Geburtstag, Adresse und Familienstand (am besten: Familienstammbuch vorlegen)
  • Angaben zur Kirchengemeinde

Nach dem offiziellen Austritt wird eine diesbezügliche Bescheinigung übergeben, die beim Finanzamt vorgelegt werden muss. In der Folge werden keine Kirchensteuern mehr erhoben. Meist ist die Vorlage des Bescheids aber gar nicht mehr nötig, da eine automatische Übermittlung über den Austritt aus der Kirche an das Finanzamt auf elektronischem Wege erfolgt.

Vorteile des Kirchenaustritts

Viele Menschen sind nicht aus persönlichen, sondern aus traditionellen oder familiären Gründen Mitglied einer Kirche. Die Vorteile eines Kirchenaustritts sind allerdings meist nur finanzieller Natur:

  • Steuerersparnisse:

    Durchschnittlich fallen pro Gläubigem 291 Euro als Kirchensteuer für die katholische Kirche und 278 Euro für die protestantische Kirche im Jahr an.

  • Keine Unterstützung mehr:

    Verfehlungen insbesondere in der katholischen Kirche sollen seitens der Gläubigen nicht mehr unterstützt werden. Sie entscheiden sich dafür, aus der Kirche auszutreten. Allerdings sind die Möglichkeiten der Einflussnahme einzelner Mitglieder durch diesen Austritt weltweit gesehen äußerst begrenzt.

  • Kein Religionsunterricht mehr:

    Kinder, die keiner Religion angehören, können vom Religionsunterricht befreit werden Sie werden stattdessen im Fach „Lebensgestaltung, Ethik, Religion“ (LER) unterrichtet. Kinder ab 14 Jahren können ihre Religion frei wählen.

Video: So viele Kirchenaustritte wie nie: Dramatische Zahlen auch in Bayern | BR24

Nachteile eines Kirchenaustritts

Mit dem Austritt aus der Kirche sind nicht nur Vorteile verbunden.

Auch einige Nachteile sollten vorab bedacht werden:

  • Hoher Aufwand:

    Um aus der Kirche austreten zu können, bedarf es eines großen Aufwands durch den Gang zum Amtsgericht oder Einwohnermeldeamt, die Vorlage aller amtlichen Dokumente und die Übermittlung des Bestätigungsschreibens an das Finanzamt. Teilweise fällt zudem eine Bearbeitungsgebühr an.

  • Weniger Jobchancen:

    Die Jobchancen verringern sich für Ärzte, Pflegepersonal, Pädagogen und Sozialarbeiter, wenn sie aus der Kirche austreten. Sie können danach keine Arbeitgeber mehr wählen, der eine Mitgliedschaft in der Kirche voraussetzt.

  • Keine kirchlichen Zeremonien:

    Die kirchliche Hochzeit ist ebenso wenig möglich wie die Taufe des Neugeborenen. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, muss auf diese Zeremonien verzichten und kann künftig lediglich als Besucher teilnehmen.

Video: „Und wo stehst du?“ Warum Menschen aus der Kirche austreten – oder nicht


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