Weiterbildung für den nächsten Karriereschritt

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Berufsbilder verändern sich und passen sich an moderne Gegebenheiten an. Für die Karriere ist die kontinuierliche Weiterbildung daher unverzichtbar, denn ansonsten verlieren Arbeitnehmer den Anschluss.

Berufliche Weiterbildung ist unverzichtbar

Heute gibt es Jobs, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären. Grund dafür ist die fortschreitende Technologisierung, die mittlerweile in allen Arbeitsbereichen Einzug gehalten hat. Um die Karriere voranzutreiben oder den eigenen Job zu sichern, ist Weiterbildung das A und O. Mittlerweile gibt es verschiedene Angebote für Qualifizierungsmaßnahmen, die sich entweder um einen ganzen Bereich drehen oder konkretes Wissen in kompakter Form zu einem ausgewählten Thema bieten.

Viele gute Gründe sprechen für die Weiterbildung

Früher einmal gingen Experten davon aus, dass sich das einmal in der Ausbildung oder im Studium angeeignete Wissen innerhalb einer Generation als überholt erweisen würde. Heute hingegen wird davon ausgegangen, dass der Zyklus auf rund zehn Jahre zusammengeschrumpft ist. Das bedeutet, dass das einmal erworbene Wissen immer wieder angepasst und erweitert werden muss, andernfalls können Arbeitnehmer mit den aktuellen Anforderungen am Arbeitsplatz nicht mehr mithalten.

Doch auch weitere Gründe sprechen für die kontinuierliche Fortbildung:

  • Höhere Qualifikation kontra Arbeitslosigkeit

    Wer mit dem einmal erworbenen Wissen in seinem Job glänzt, dieses aber nicht an die aktuellen Anforderungen anpasst, wird früher oder später nicht mehr mithalten können. Unternehmen trennen sich dann von Mitarbeitern, die sie für zu gering qualifiziert halten. Andere hingegen, die regelmäßig an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen haben und damit eher in der Lage sind, den gestellten Anforderungen gerecht zu werden, wird der Vorzug gegeben.

    Natürlich ist es auf der einen Seite die Aufgabe des Arbeitgebers, die Angestellten zur Qualifikation anzuhalten. Unternehmen müssen für Fortbildung sorgen bzw. wenigstens die entsprechenden Angebote intern oder extern darstellen. Doch es ist Sache des Arbeitnehmers, sich dafür oder dagegen zu entscheiden und damit auch, ob die Karriere weitergeht oder an dieser Stelle ihren vorläufigen Abschluss findet.

  • Rückkehr in den Job nach einer Auszeit

    In vielen Bereichen ändern sich die beruflichen Anforderungen in immer kürzeren Abständen. Wer dann beispielsweise ein Jahr oder länger eine Auszeit zum Beispiel für die Kinderbetreuung genommen hat, kann meist nicht mehr direkt an dem Punkt anschließen, an dem aufgehört wurde. Mit der Qualifizierungsmaßnahme hingegen ist es möglich, den Einstieg in den Job wieder zu finden und sich mit den inzwischen neuen und höheren Anforderungen auseinanderzusetzen.

  • Höheres Einkommen möglich

    In der Regel wird die Höhe des Einkommens auch an die Qualifikation der Mitarbeiter angepasst. Das heißt, dass höher Qualifizierte ein höheres Gehalt bekommen als Angestellte, die nur die grundlegenden Anforderungen erfüllen können. Mithilfe der Aufstiegsweiterbildung ist es möglich, im gleichen Unternehmen mehr Verantwortung und damit auch ein höheres Gehalt zu bekommen.

  • Aneignung neuer Fähigkeiten

    Vor allem Akademiker kennen das: Im Studium wurde ihnen nicht beigebracht, wie Mitarbeiter zu führen sind oder wie rhetorisch geschickt mit Kunden umgegangen werden kann. Über eine entsprechende Qualifizierung hingegen können diese Soft Skills nachträglich erworben werden.

Verschiedene Unternehmen bieten Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Hause an. ( Lizenzdoku: Shutterstock- Rido)

Verschiedene Unternehmen bieten Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Hause an. ( Lizenzdoku: Shutterstock- Rido)

Möglichkeiten der Weiterbildung

Verschiedene Unternehmen bieten Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Hause an. Dann werden Experten zu Vorträgen geladen, Workshops durchgeführt oder Seminare ausgerichtet. Teilweise werden dabei auch Teilnehmer anderer Unternehmen begrüßt. Andere Unternehmen wiederum schicken ihre Mitarbeiter in Weiterbildungseinrichtungen oder auf Lehrgänge, damit sie dort das benötigte Wissen erwerben können. Wieder andere lassen den Angestellten die Wahl und gestehen diesen die eigene Entscheidung über den Besuch einer Maßnahme zu.

Kursangebote über verschiedene Plattformen finden

Eine bekannte Plattform, auf der alles Wissenswerte sowie Termine und Veranstaltungsorte zu Fortbildungen zu finden sind, ist KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Doch auch diese Anlaufstellen sind bei der Suche hilfreich:

  • ZAV (Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung)
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer
  • PLOTEUS
  • InfoWeb Weiterbildung
  • Volkshochschulen

Wer dort nicht das passende Weiterbildungsangebot findet, kann sich auch an einzelne Anbieter für derartige Seminare wenden. Online ist die Recherche unter Eingabe des jeweiligen Suchbegriffes leicht möglich.

Eine Variante der Fortbildung ist das Studium. Dieses kann berufsbegleitend und damit in Teilzeit durchgeführt werden, auch ein Fernstudium ist möglich. Somit wird bei gleichzeitiger Bezahlung durch den Arbeitgeber ein qualifizierender Abschluss erworben. Die Kosten für ein Fernstudium müssen meist selbst getragen werden, die Förderung der Weiterbildung durch die Arbeitsagentur ist aber in einzelnen Fällen möglich.

Wichtig ist aber, dass die nötige Selbstdisziplin zum eigenständigen Lernen ebenso vorhanden ist wie die Zeit, die für die Bearbeitung der Aufgaben und das Ablegen der Prüfungen nötig ist. Wichtig ist hier, dass die gewählte Hochschule ihre Qualitätsstandards benennen kann und dass sie ISO-zertifiziert ist. Ideal ist es, wenn am Ende eine staatliche Prüfung steht, denn diese wird von Unternehmen und damit von potenziellen Arbeitgebern stärker gewürdigt als der bloße Erwerb eines Zertifikats.

Wer sich weiterbilden will, kann beispielsweise den Meisterlehrgang besuchen und die daran anschließende Prüfung ablegen. ( Lizenzdoku: Shutterstock-New Africa_)

Wer sich weiterbilden will, kann beispielsweise den Meisterlehrgang besuchen und die daran anschließende Prüfung ablegen. ( Lizenzdoku: Shutterstock-New Africa_)

Verschiedene Arten der Weiterbildung

Wer sich weiterbilden will, kann beispielsweise den Meisterlehrgang besuchen und die daran anschließende Prüfung ablegen. Voraussetzung ist dafür die bestandene Gesellenprüfung in einem handwerklichen Beruf und die vorliegende berufspraktische Zeit. Regelmäßige Schulungen begleiten die übliche Arbeit, möglich ist aber auch die Weiterbildung in Vollzeit.

Mit einer kaufmännischen Ausbildung kann eine Qualifizierung zum Betriebswirt über eine Fernhochschule oder über entsprechende Kurse angestrebt werden. Die Aufstiegsfortbildung wird seitens des Arbeitsamtes gefördert und kann berufsbegleitend durchgeführt werden.

Möglich ist zudem die Spezialisierung auf ein besonderes Fachgebiet. Die Bürokauffrau oder der Kaufmann für Bürokommunikation bringt ein breites Wissen als Allrounder mit. Für den Arbeitsmarkt unverzichtbarer wird er oder sie aber, wenn eine Fortbildung wahrgenommen wird. Die Weiterbildung zum Marketingmanager ist dabei nur ein Beispiel für eine gelungene Qualifizierung, mit der die Karriere in Richtung Gutverdiener eingeschlagen werden kann.

Wichtige Tipps rund um die erfolgreiche Weiterbildung

Weiterbildungsmaßnahmen sind in der Regel nicht kostenlos zu nutzen. Viele Unternehmen zahlen ihren Angestellten einen Lehrgang oder die Teilnahme an einem Seminar, wenn mit dem dort erworbenen Wissen die aktuelle Position im Unternehmen gestärkt oder eine Qualifizierung für eine andere Stelle erreicht wird. Verpflichtet ist der Arbeitgeber dazu jedoch nicht. Wer an einer entsprechenden Maßnahme teilnehmen möchte, sollte daher zuvor die Fördermöglichkeiten checken. Entsprechende Förderprogramme der Länder können im Internet eingesehen werden.

Video: Was ist Bildungsurlaub? Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub? | Betriebsrat Video

Recht auf Bildungsurlaub?

In vielen Fällen besteht ein Recht auf Bildungsurlaub, Ausnahmen bilden die Bundesländer Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. Dort kann der Bildungsurlaub nicht in bezahlter Form in Anspruch genommen werden. In den übrigen Bundesländern können die Arbeitnehmer meist fünf Tage im Jahr für Weiterbildungsmaßnahmen nutzen, während dieser Zeit wird das Gehalt weitergezahlt. Wird der Bildungsurlaub von einem Jahr auf das nächste übertragen, können sich schon zehn Tage Bildungsurlaub ergeben. Diesbezüglich müssen aber Absprachen mit dem Arbeitgeber getroffen werden.

Tipps für die Wahl der passenden Weiterbildung

Es darf bei der Wahl der richtigen Fortbildungsmaßnahme auf keinen Fall darum gehen, dass nur Wissen angeeignet wird, welches für den aktuellen Job wichtig sein könnte. Vielmehr soll es darum gehen, das Wissen für den Traumjob zu erhalten. Ist der aktuelle Job allerdings das persönliche Nonplusultra, ist die Fortbildung natürlich auch in diesem Rahmen sinnvoll. Ansonsten gilt: Jeder sollte sich überlegen, wohin die berufliche Reise gehen soll und was dafür nötig ist. Danach kann die passende Weiterbildung ausgewählt werden.

Die im Rahmen der Maßnahme erworbenen Kompetenzen sollten auch bei einem anderen Arbeitgeber nutzbar sein. Für den Fall, dass sich der Betreffende woanders bewerben möchte, sollten die Inhalte und der Abschluss der Maßnahme auch nachweisbar sein.

Ebenso wichtig: Im Rahmen der Qualifizierung sollte an den eigenen Stärken und nicht an den Schwächen gearbeitet werden. Letztere verschwinden vor dem Hintergrund der „gestärkten Stärken“. Hintergrund ist der, dass Arbeitgeber eine überdurchschnittliche Arbeit eher zu schätzen wissen als eine durchschnittliche, für die eine Fortbildung nötig war.

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