Rettungssanitäter: Gehalt (alle Tabellen), Ausbildung, Aufstieg und warum es der beste Job ist!

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Wer als Rettungssanitäter arbeiten möchte, will anderen Menschen helfen und übt sicherlich einen sehr aufregenden Job aus, der nicht berechenbar oder vorhersehbar ist. Das Gehalt ist jedoch eher knapp.

Der Rettungssanitäter: Durchschnittlich bezahlter Beruf mit großer Verantwortung

Bei einem Notfall dauert es nicht lange und der Rettungswagen ist vor Ort. Meist sind es nur wenige Minuten und am Einsatzort entscheidet das Können der Rettungssanitäter und des Notarztes über Leben und Tod.

Der Sanitäter hat dabei ein hohes Maß an Verantwortung. Er muss dafür sorgen, dass im Krankenwagen nichts schief geht, er muss den Notarzt unterstützen und teilweise eigenverantwortlich Entscheidungen treffen, wenn der Notarzt noch nicht zur Stelle ist.

Bei einem Notfall dauert es nicht lange und der Rettungswagen ist vor Ort. ( Foto: Shutterstock-LightField Studios )

Bei einem Notfall dauert es nicht lange und der Rettungswagen ist vor Ort. ( Foto: Shutterstock-LightField Studios )

Kurzes Profil zum Rettungssanitäter ( Video)

Der Rettungssanitäter leitet am Einsatzort die Versorgung des Verletzten ein und hilft dabei, wichtige Körperfunktionen zu kontrollieren, zu stabilisieren oder wiederherzustellen. Der Sanitäter muss außerdem dafür Sorge tragen, dass der Patient transportiert werden kann.

Nur selten werden Rettungssanitäter als völlige Quereinsteiger zu ihrem Job gebracht, denn dieser erfordert ein Höchstmaß an Hingabe, Wissen und Praxiserfahrung. Meist bringen sie bereits einen medizinischen Hintergrund zum Beispiel durch Eltern oder Geschwister mit und absolvieren dann die Notfallsanitäter Ausbildung als logische Konsequenz. Solche Fachkräfte werden händeringend gesucht!

Das Fachwissen des Rettungssanitäters dreht sich unter anderem um diese Bereiche:

  • Wiederbelebung der Patienten
  • Erstversorgung von Unfallopfern
  • Stabilisieren der Patienten
  • Stillen von Blutungen
  • Zusprache der Patienten und der Angehörigen
  • Säuberung und Desinfektion des Rettungswagens
  • Verfassen der Notfallprotokolle
  • Organisation der Rettungseinsätze

Die Work-Life-Balance ist bei einem Sanitäter nicht immer gegeben. Nachtschichten gehören zur Arbeit dazu, ebenso werden die Arbeitstage oft deutlich länger als nur acht Stunden. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend, denn wenn Patienten in den Rettungswagen gebracht werden müssen, können das Heben und Tragen durchaus zur Herausforderung werden. Gerade in Gebäuden ohne Fahrstuhl gerät der Abtransport eines Patienten nicht selten zum Kraftakt.

Video: Notruf Frankfurt 1: Rettungssanitäter am Limit (SPIEGEL TV Reportage)

Das Gehalt des Rettungssanitäters

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter wird nicht vergütet, eher im Gegenteil. Für die Unterrichtsmittel muss der angehende Sanitäter sogar noch Geld dazuzahlen. Allerdings handelt es sich nicht um einen anerkannten Ausbildungsberuf, die Ausbildung ist daher auch nur auf drei bis neun Monate beschränkt.

Der Tarifvertrag des öffentlichen Rechts gruppiert Rettungssanitäter in die Entgeltgruppe 4 ein. Hier ist ein Gehalt von 28.356 Euro im Jahr genannt, was einem monatlichen Gehalt von 2.363 Euro entspricht. Teilweise werden Jahressonderzahlungen gewährt, die bis zu 90 Prozent eines Bruttogehaltes betragen können.

Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Entgeltgruppen nach dem für Rettungssanitäter anzuwendenden Tarifvertrag:

Rettungssanitäter: das Gehalt nach TVöD Bund 2020 (Entgeltgruppe 4)
Gehalt Entgeltgruppe 4 Entgeltgruppe 5 Entgeltgruppe 6
Stufe 1 2.363 € 2.480 € 2.586 €
Stufe 2 2.540 € 2.656 € 2.767 €
Stufe 3 2.690 € 2.775 € 2.894 €
Stufe 4 2.783 € 2.900 € 3.019 €
Stufe 5 2.875 € 3.017 € 3.143 €
Stufe 6 2.930 € 3.077 € 3.206 €
Quelle: TVöD / Entgelttabelle Bund 2020

Wichtig: Es gibt keinen einheitlichen Tarifvertrag, weshalb sich die Landkreise und Bezirke darauf geeignet verständigt haben, dass der Tarifvertrag des öffentlichen Rechts als Orientierung herangezogen wird.

Die Gehälter der Rettungssanitäter variieren demnach auch nach dem Bundesland, in dem sie tätig sind. Die Gehaltsunterschiede sind hier sehr groß, wie die folgende Tabelle zeigt. In Schleswig-Holstein verdienen die Sanitäter sogar bis zu 40 Prozent mehr als in Berlin, was eine Spanne von 1.250 Euro im Monat ausmacht:

Rettungssanitäter: Bruttogehalt nach Bundesland
Bundesland Gehalt
Hessen 2.808 €
Baden-Württemberg 2.672 €
Hamburg 2.605 €
Bayern 2.588 €
Nordrhein-Westfalen 2.480 €
Rheinland-Pfalz 2.420 €
Bremen 2.358 €
Saarland 2.338 €
Berlin 2.325 €
Niedersachsen 2.259 €
Schleswig-Holstein 2.173 €
Thüringen 1.994 €
Sachsen 1.967 €
Brandenburg 1.942 €
Sachsen-Anhalt 1.941 €
Mecklenburg-Vorpommern 1.869 €
Quelle: Eigene Recherchen

In anderen Berufen aus dem Gesundheitswesen sind die Gehälter teilweise höher, teilweise niedriger angelegt. Der Rettungssanitäter bewegt sich mit seinen durchschnittlichen 2.125 Euro brutto im Monat für eine 38-Stunden-Woche im Mittelfeld. Der niedrige Verdienst mag allerdings auch daran liegen, dass es sich um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt und dass hier auch Quereinsteiger arbeiten können.

In Bezug auf den Verdienst lässt sich am ehesten ein Vergleich zu den Medizinischen Fachangestellten herstellen, diese allerdings müssen eine dreijährige Ausbildung absolvieren.

Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Berufe und deren durchschnittliche Gehälter für eine 38-Stunden-Woche:

Bruttogehälter in medizinischen und Pflegeberufen (38h‑Woche)
Beruf Gehalt
Med. techn. Assitenten 2.790 €
Krankenpflege, Geburtshilfe 2.736 €
Krankenschwester/-pfleger 2.557 €
Rettungsassistent 2.442 €
Altenpfleger 2.293 €
Physiotherapeuten 2.237 €
Rettungssanitäter 2.652 €
Zahnmedizinische Assistenten 2.125 €
Med. Fachangestellte 2.029 €
Altenpflegehelfer 1.977 €
Helfer in der Krankenpflege 1.891 €
Quelle: WSI-Lohnspiegel

Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten für Rettungssanitäter

Der Weg zum Rettungssanitäter geht über das Erlernen der Grundlagen der Notfallmedizin und über das Wissen um die Techniken der Rettung von Menschen bis hin zu den medizinischen Kenntnissen, die nur noch durch das Fachwissen eines Arztes übertroffen werden. Der Notfallsanitäter ist somit auch derjenige, der die höchste nicht-ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst besitzt.

Der Notfallsanitäter durchläuft dafür auch eine dreijährige Ausbildung und ist in einem anerkannten Ausbildungsberuf tätig. Der Rettungssanitäter hingegen unterscheidet sich in seiner Ausbildung stark von dem Notfallsanitäter und braucht in der Regel nur einen Kurs zu absolvieren, der 520 Stunden umfasst.

Als Rettungssanitäter ist der Betreffende in keinem anerkannten Ausbildungsberuf tätig, die Ausbildung unterscheidet sich zudem von Bundesland zu Bundesland. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist in vier Teile geteilt, 160 Stunden umfasst die theoretische Ausbildung.

Zu den Fachbereichen, die hier vermittelt werden, zählen die folgenden:

  • Allgemeine und spezielle Maßnahmen der Notfallmedizin
  • Anatomie
  • Chirurgie
  • Innere Medizin
  • Neurologie
  • Pädiatrie
  • Physiologie
  • Praktische Übungen der Notfalltechniken
  • Psychiatrie
  • Rechtliche und technische Inhalte
  • Struktur des Rettungsdienstes

Nach der theoretischen Grundausbildung müssen die Anwärter ein klinisches Praktikum absolvieren, bei dem es um die Bereiche

  • Anästhesie,
  • Intensivstation und
  • Notfallambulanz

geht. Dort erfahren die Teilnehmer, was zur Einleitung medizinischer Notfallmaßnahmen nötig ist, wie Infusionen angelegt werden und wie Patienten intubiert werden. Einige Tätigkeiten dürfen sie später selbst ausführen, andere (wie das Intubieren) sind nur für die Assistenz wichtig. Auch der Umgang mit Medikamenten sowie die Überwachung von Patienten muss im Rahmen der Ausbildung erlernt werden.

Daran schließt sich der zweite praktische Abschnitt, der ebenfalls 160 Stunden umfasst. Die Teilnehmer sind nun in der Rettungswache tätig und begleiten Rettungseinsätze. Der Rettungsassistent ist ihnen vorgesetzt und leitet die Rettungssanitäter bzw. die angehenden Sanitäter an. Die Teilnehmer bekommen einen Einblick in verschiedene akute Situationen und in ihre künftige Arbeitswelt. Außerdem übernehmen sie erste berufstypische Arbeiten in Eigenverantwortung.

Der vierte Ausbildungsteil umfasst den abschließenden Lehrgang, der in die schriftliche und mündliche Prüfung mündet. Außerdem wird eine praktische Abschlussprüfung gefordert. Der Abschlusslehrgang umfasst insgesamt 40 Stunden.

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter wird nicht vergütet, eher im Gegenteil.   ( Foto: Shutterstock-michaeljung)

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter wird nicht vergütet, eher im Gegenteil. ( Foto: Shutterstock-michaeljung)

Diese Aufstiegsmöglichkeiten haben Rettungssanitäter

Rettungssanitäter können verschiedene Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung nutzen. Sie können sich beispielsweise zum Ausbilder für Erste Hilfe ausbilden lassen, wobei diese Zusatzausbildung 55 Stunden umfasst. Nach Absolvieren dieses Lehrgangs können die Teilnehmer nach erfolgter und bestandener Prüfung ebenfalls Lehrgänge in Erster Hilfe anbieten. Außerdem können sie Kurse zur Einleitung lebensrettender Sofortmaßnahmen durchführen.

Wer als Rettungssanitäter das Abitur mitbringt, kann sich auch noch einmal an die Universität begeben. Dort ist es möglich, den Bachelor im Sanitäts- und Rettungswesen zu absolvieren, auch das Rettungsdienstingenieurwesen kann studiert werden. Nach diesem Abschluss können Leitungspositionen übernommen werden.

Je nach Studienrichtung sind die Voraussetzungen zur Zulassung unterschiedlich und eine bereits getätigte Berufsausbildung mit praktischer Erfahrung kann unter Umständen das Abitur ersetzen. Die gewählte Universität gibt dazu hinreichende Informationen, die sich auch um die Einschreibung zum Studium selbst drehen.

Dem Rettungssanitäter stehen damit verschiedene Möglichkeiten offen, um sich weiterzubilden und damit nicht nur beruflich, sondern auch finanziell einen Schritt nach vorn zu machen. Die meisten Sanitäter beklagen das geringe Einkommen, das in keinem Verhältnis zu dem Aufwand steht, den sie alltäglich erbringen müssen. Es sei daher nur jedem angeraten, sich weiterzubilden, was auch berufsbegleitend möglich ist.

Viele Notfallsanitäter mögen die Herausforderung, sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu müssen und nie genau zu wissen, was auf sie wartet.  ( Foto: Shutterstock-michaeljung)

Viele Notfallsanitäter mögen die Herausforderung, sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu müssen und nie genau zu wissen, was auf sie wartet. ( Foto: Shutterstock-michaeljung)

Darum ist es der beste Job der Welt ( Video)

Zahlreiche Berichte aus dem Alltag eines Rettungssanitäters zeigen, warum dies der beste Job der Welt ist. Einhellig ist man der Meinung, dass es sich um einen sehr aufregenden Job handelt, bei dem am Morgen niemand weiß, was der Tag bringen kann.

Jeden Tag kann es daher Überraschungen geben, wobei sich bestimmte Einsätze schon allein aufgrund der Jahreszeit abzeichnen. Um Weihnachten häufen sich Selbstmorde oder Selbstmordversuche, zu Silvester sind es teilamputierte Gliedmaßen, die durch die unvorsichtige Knallerei abgerissen wurden. In der heißen Jahreszeit sind es vermehrt Kreislaufzusammenbrüche, die stabilisiert werden müssen.

Viele Notfallsanitäter mögen die Herausforderung, sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu müssen und nie genau zu wissen, was auf sie wartet. Der Job ist nicht berechenbar und gleichzeitig muss sehr viel Verantwortung übernommen werden. Vor allem, wenn der Sanitäter bereits am Einsatzort ist, der Notarzt aber noch nicht.

Teilweise müssen eigenverantwortlich Medikamente gegeben werden. Im Gegenzug für die Verantwortung reagieren die meisten Patienten mit einem Höchstmaß an Vertrauen und Dankbarkeit gegenüber den Helfern, die jeden Tag ihr Bestes geben. Leider zeigt sich das große Maß an Verantwortung nicht finanziell, denn der Verdienst der Rettungssanitäter ist immer noch zu gering.

Video: Retter unter Druck: Prüfung für Rettungssanitäter | Focus TV Reportage

Häufig gestellte Fragen zum Job des Rettungssanitäters

Wie viel verdient man als Rettungssanitäter?

Der Rettungssanitäter verdient nach der Ausbildung ungefähr 1.900 Euro netto im Monat. Durch verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen und Fortbildungen kann nicht nur der berufliche Aufstieg erreicht werden, sondern auch der finanzielle. Reich wird in dem Job allerdings niemand.

Wie viel verdient ein Sanitäter netto?

Wie viel der Sanitäter verdient, hängt von der Einstufung und vom Tarifvertrag ab. Aktuell ist ungefähr mit 2.236 Euro brutto im Monat zu rechnen, nette macht das etwa 1.500 Euro im Monat für alle, die in Steuerklasse I sind. Wer in Steuerklasse III eingruppiert ist, bekommt ungefähr 1.730 Euro netto.

Wie lange dauert die Sanitäterausbildung?

Um den Abschluss als Rettungssanitäter zu bekommen, ist ein Lehrgang mit 520 Stunden ausreichend. Das sind 13 Wochen mit einer 40-Stunden-Woche. Der Beruf des Notfallsanitäters kann nicht in einem dreimonatigen Kurs erlernt werden, die Ausbildung ist dabei auf drei Jahre ausgelegt. Es handelt sich um eine Vollzeitausbildung. Wird der Beruf in Teilzeit erlernt, ist die Ausbildung auf maximal fünf Jahre begrenzt.

Was ist besser Sanitäter oder Assistent?

Der Sanitäter ist hoch qualifiziert und übt einen nicht-ärztlichen Beruf aus. Er arbeitet verantwortlich im Rettungswagen. Der Rettungssanitäter ist dem Rettungsassistenten unterstellt, denn er hat teilweise nur eine Ausbildung von drei Monaten genossen, während der Rettungsassistent seinen Job als Beruf erlernt und eine umfangreiche Ausbildung von zwei bis drei Jahren absolviert hat.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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