Berufe in der Pflege: Vielfältige Möglichkeiten auch für Quereinsteiger

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Berufe in der Pflege scheinen wenig Möglichkeiten auf eine große Karriere zu bieten. Doch auf den zweiten Blick werden die zahlreichen Chancen für einen beruflichen Aufstieg erkennbar. Der Schlüssel lautet hier: Weiterbildung!

Berufe in der Pflege: Zahleiche Möglichkeiten für den beruflichen Aufstieg

Kleine Kinder wissen meist sehr genau, was sie werden wollen: Astronaut, Lokführer und Tierärztin sind häufig dabei. Sie gehen nach den eigenen Interessen und scheinen sich bezüglich der späteren Berufswahl sehr sicher zu sein. Jugendliche, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, sind da meist deutlich unsicherer.

Auf der einen Seite sind diejenigen, die ihre Interessen weiterverfolgen und genau wissen, dass sie Arzt, Maurer oder Sportprofi werden wollen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die in erster Linie Karriere machen wollen und erst danach Wege suchen, wie sie diese erreichen können.

Bei einer solchen Betrachtung stehen Berufe in der Pflege meist nicht oben auf der Liste der möglichen Jobs, denn bei Berufstätigkeiten im sozialen Bereich wird meist an die Altenpflege gedacht. Doch weit gefehlt! Soziale Berufsrichtungen sind deutlich vielseitiger und bieten vor allem gute Karrierechancen.

Berufe in der Pflege scheinen wenig Möglichkeiten auf eine große Karriere zu bieten. Doch auf den zweiten Blick werden die zahlreichen Chancen für einen beruflichen Aufstieg erkennbar.  ( Lizenzdoku: Adobe Stock- Karin & Uwe Annas)

Berufe in der Pflege scheinen wenig Möglichkeiten auf eine große Karriere zu bieten. Doch auf den zweiten Blick werden die zahlreichen Chancen für einen beruflichen Aufstieg erkennbar. ( Lizenzdoku: Adobe Stock- Karin & Uwe Annas)

Stellen im Pflegebereich zur ersten Orientierung suchen

Egal, ob jemand bereits auf Jobsuche ist oder ob ein Stellenportal für Pflegeberufe als Informationsquelle dazu genutzt wird, welche Jobs überhaupt mit einer Ausbildung in der Pflege möglich sein würden: Solche Jobportale bieten wunderbare Anlaufstellen für alle, die mehr wissen wollen.

Hier gibt es einen Einblick über die Vielfalt der Berufe sowie über mögliche Gehälter in der Branche. Außerdem wird erkennbar, wo Pflegefachkräfte überall gesucht werden und welche Arbeitgeber infrage kommen. Die meisten, die diesen Weg der Informationssuche gehen, sind überrascht: So vielfältig ist das Angebot an Pflegeberufen!

Video: Berufe in der Pflege 2021 | Kurz erklärt | Welche verschiedenen Bereiche gibt es?

Die verschiedenen Bereiche bei Pflege und Sozialem

Die Welt der Pflegeberufe ist groß, wie der Blick in das Jobportal gezeigt hat. Ebenso deutlich geworden ist, dass die sozialen Berufe bei Weitem nicht nur auf den Pflege- und Gesundheitsbereich zu reduzieren sind. Auch der pädagogische Bereich sowie die Sozialarbeit müssen hier erwähnt werden.

Die folgenden Bereiche bieten unterschiedliche Berufstätigkeiten in der Pflege und im Sozialen:

  • Psychologie und Psychotherapie

    Kontaktfreudige Menschen, die gut zuhören können und anderen bei emotionalen und psychischen Problemen helfen möchten, sind in diesem Bereich gut aufgehoben. Es geht um die Wiederherstellung der geistigen Gesundheit, um die Unterstützung bei einem stressarmen Lebensstil und um Menschen in besonderen Lebenssituationen, die eine psychische Unterstützung brauchen.

    Im Rahmen eines Studium werden die nötigen Kenntnisse und Kompetenzen erworben. Außerdem sind Spezialisierungen zum Beispiel auf Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie möglich. Im Unterschied zu einem Beruf als Arzt geht es hier nur um die Psyche, körperliche Untersuchungen sind nicht nötig. Teilweise müssen Psychologen aber mit weiteren behandelnden Ärzten kooperieren.

  • Pädagogik und Erziehung

    Die Berufe des Lehrers und des Erziehers werden noch am ehesten zu den sozialen Berufen gerechnet, wenn nicht gerade von einem Kranken- oder Altenpfleger die Rede ist. Dabei werden die entsprechenden Berufe immer anspruchsvoller und stellen gerade in sozialen Brennpunkten eine tägliche Herausforderung dar.

    Leider gibt es bei gewachsenem Bedarf an Fachkräften immer weniger Menschen, die in diesem Bereich tätig sein wollen. Mittlerweile sind in vielen Einrichtungen Ungelernte zu finden, die nach entsprechender Einarbeitung und mit umfassender Weiterbildung die Bildungs- und Erziehungsaufträge übernehmen.

    Soziale Berufe muss nicht länger eine Frauendomaine bleiben ( LIzenzdoku: Adobe Stock-LIGHTFIELD STUDIOS )

    Soziale Berufe muss nicht länger eine Frauendomaine bleiben ( LIzenzdoku: Adobe Stock-LIGHTFIELD STUDIOS )

  • Sozialwissenschaft und soziale Wirtschaft

    Auch die Pflege ist mittlerweile ein Bereich, der unter ökonomischen Gesichtspunkten behandelt werden muss. Das heißt, dass hier ebenfalls mögliche Kosten bei bestimmten Entscheidungen eine Rolle spielen. Ganz so, wie dies in der freien Wirtschaft ebenfalls ist! Auffällig: Wenn immer häufiger mehr Männer in sozialen Berufen gefordert werden, so sind es in diesem Bereich doch vor allem Männer, die sich mit den Zahlen hinter den Pflegeberufen auskennen bzw. entsprechende Aus- und Weiterbildungen anstreben.

    Sozialwissenschaften sind dabei ein spannender Mix aus verschiedenen Fachbereichen, die Sozialökonomie kommt immer dann zum Einsatz, wenn es um Entscheidungen zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit geht. Studiert werden kann zum Beispiel Pflegemanagement, Sozialökonomie oder Soziologie.

  • Soziale Arbeit

    Das Themenfeld der sozialen Arbeit ist breit gefasst. Im Studium werden hier Grundkompetenzen vermittelt, die für die Bereuung der bedürftigen Menschen wichtig sind. Es geht jedoch nicht um das Anbieten von Therapien in irgendeiner Form, Berufsinhalt ist eher das Unterbreiten von Hilfsangeboten. Wichtigste Voraussetzung neben dem Wunsch, den Menschen zu helfen, ist das emotionale Einfühlungsvermögen.

    Es sollte in jedem Fall möglich sein, sich in einen Menschen hineinzuversetzen und so nachzuvollziehen, warum er diese oder jene Entscheidung getroffen hat. Das Arbeitsfeld der sozialen Arbeit ist in erster Linie mit einem Coaching zu vergleichen. Die Hilfsbedürftigen sollen wieder lernen, mit den eigenen Problemen klarzukommen.

  • Pflege und Gesundheit

    Wer an Tätigkeiten in der Pflege denkt, meint in der Regel den Beruf des Altenpflegers, des Kinderkrankenpflegers oder des Krankheits- und Gesundheitspflegers. Dabei umfasst dieser Bereich noch viele Berufe mehr! Auch die Physiotherapie, die Logo- und Ergotherapie gehören mit hinein und befassen sich mit der Wiederherstellung der Gesundheit eines Menschen bzw. mit unterstützenden Maßnahmen. Theorie und Praxis sind dabei miteinander vereint, denn es geht immer um die individuellen Möglichkeiten und die Umsetzung bei einzelnen Menschen.

Video: Was ist Pflege für dich?

Berufe in der Pflege erlernen: Als Quereinsteiger Menschen helfen?

Die Pflegeausbildung wurde in 2020 überarbeitet und bietet nun nicht mehr die Ausbildung in der Altenpflege, in der Kinderkranken- und Krankenpflege an, sondern ist als generalisierte Pflegeausbildung angelegt. Das heißt, dass die Ausbildung erst einmal für alle Berufsrichtungen gleich ist. Nach dem dritten Ausbildungsjahr kann dann bestimmt werden, ob diese allgemeine Pflegeausbildung bis zum Ende durchgeführt wird oder ob nicht doch eine Spezialisierung auf einen der drei vorherigen Bereiche gewünscht ist.

Diese Generalisierung wird unterschiedlich aufgenommen. Während die einen sagen, dass die Belastung in der Ausbildung deutlich größer ist, weil Inhalte aus allen drei Berufen erlernt werden müssen, sagen andere, dass viele Inhalte auf der Strecke bleiben. Gerade bei der Spezialisierung im dritten Jahr müssen dann viele wichtige Inhalte nachgeholt werden, die früher bereits in den ersten beiden Lehrjahren vermittelt worden waren.

Einstieg in die Pflege auch für Quereinsteiger

Mittlerweile wird in der Pflegebranche derart händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs gesucht, dass sogar Quereinsteiger in die Jobs eintreten können. Die Zukunftsaussichten sehen dabei gut aus, meist erfolgt die Anstellung allerdings nur als Hilfskraft mit entsprechend niedriger Bezahlung. Doch von hier aus kann eine Weiterbildung oder eine grundständige Ausbildung in Angriff genommen werden. Diese Ausbildung kann sich durch die Praxiszeit deutlich verkürzen. Die Ausbildung zur Pflegehilfskraft dauert auch nur ein Jahr und wird auf die generalisierte Pflegeausbildung angerechnet.

Einige Studienrichtungen stellen Spezialisierungen innerhalb des Studiengangs dar. ( Fotolizenz: Adobe Stock-Jacob Lund )

Einige Studienrichtungen stellen Spezialisierungen innerhalb des Studiengangs dar. ( Fotolizenz: Adobe Stock-Jacob Lund )

Nach der Ausbildung studieren?

Wer einen Job in der Pflege haben möchte und gleichzeitig ins Management einsteigen will, kann im Bereich der sozialen Berufe studieren.

Es gibt zum Beispiel den Studiengang Pflegewissenschaft, auch Pflegemanagement kann studiert werden. Dazu kommen weitere Studienrichtungen wie Psychologie, Soziale Arbeit und Sozialökonomie. Einige Studienrichtungen stellen Spezialisierungen innerhalb des Studiengangs dar. Mit einem abgeschlossenen Studium ist es auf jeden Fall möglich, den eingeschlagenen Berufsweg in der Pflegebranche noch einmal zu verändern und die eigene Karriere weiter zu verfolgen. Um beruflichen Erfolg zu haben, muss nicht immer ein natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Studiengang gewählt werden.

Die sozialen Berufsrichtungen bieten zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten und sind angesichts der Anforderungen, die die Gesellschaft an die Pflegebereiche stellt, auch in Zukunft sehr gefragt. Es wird sich hier nicht die Frage stellen, ob ein Quereinsteiger, eine Pflegefachkraft oder ein studierter Gesundheitswissenschaftler einen Job bekommt, sondern vielmehr, welchen Job aus der Vielzahl der Angebote er oder sie annehmen möchte.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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