Arbeitswelt im Wandel: Mensch vs. Maschine

Die Digitalisierung führt dazu, dass sich die Arbeitswelt im Wandel befindet. Die Arbeitskräfte müssen sich immer neuen Herausforderungen stellen, um mit der Entwicklung schrittzuhalten. Außerdem sind zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet.

Arbeitswelt im Wandel: Die Auswirkungen von Digitalisierung und Automatisierung

Der technische Fortschritt hat sich in den letzten Jahren mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit entwickelt. Das ist bereits im Alltag zu beobachten. Tablets oder Smartphones waren beispielsweise noch vor einem Jahrzehnt kaum verbreitet. Mittlerweile gehören sie zum Alltag und fast jeder Mensch in Deutschland besitzt eines dieser Geräte. In vielen Haushalten kommunizieren die Elektrogeräte bereits über das Internet und lassen sich auf diese Weise einfach und bequem steuern.

Der technische Fortschritt ist jedoch nicht nur im Privatleben zu spüren. Darüber hinaus befindet sich die Arbeitswelt im Wandel. Das macht die folgende Statistik deutlich:

Zahl der verkauften Industrieroboter weltweit (in Tausend)
2010 121
2011 166
2012 159
2013 178
2014 221
2015 254

Quelle: https://www.openautomation.de/detailseite/ifr-veroeffentlicht-welt-roboter-report-2016.html

Die Werte zeigen, dass sich innerhalb von nur fünf Jahren die Anzahl der verkauften Industrieroboter mehr als verdoppelt hat. Immer mehr Unternehmen setzen demnach auf diese Maschinen, um die Produktionsprozesse durchzuführen. Das belegt, dass sich die Arbeitswelt im Wandel befindet.

  • Zum einen können die Roboter zahlreiche Tätigkeiten, die bislang menschliche Arbeitskräfte ausgeführt haben, übernehmen. Dadurch können diese wegfallen.
  • Zum anderen müssen sich die verbliebenen Arbeitskräfte ständig weiterbilden, um die Herausforderungen, die die neue Technik mit sich bringt, zu meistern.

Viele Unternehmen bereiten sich bereits jetzt auf diesen Wandel vor. Beispielsweise entscheiden sich zahlreiche Betriebe dazu, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr fest anzustellen. Anstatt dessen setzen sie auf die Dienste einer Zeitarbeitsfirma.

Das führt dazu, dass sie flexibel auf einen geringeren Bedarf an Arbeitskräften reagieren können. In diesem Fall reduzieren sie einfach das Arbeitsvolumen, das sie bei der entsprechenden Zeitarbeitsfirma beauftragt haben. Während die meisten Menschen den technischen Fortschritt im privaten Bereich als positiv auffassen, überwiegt aus den genannte Gründen in der Arbeitswelt die Skepsis.

Allerdings gibt es auch positive Stimmen. Viele Forscher und Analysten gehen davon aus, dass sich die Automatisierung und die Digitalisierung auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auswirken wird.

Die Automatisierung und die Digitalisierung der Arbeitswelt führt zu großen Ängsten

Die Automatisierung und die Digitalisierung der Arbeitswelt führt zu großen Ängsten. (#01)

Viele Menschen befürchten negative Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Die Automatisierung und die Digitalisierung der Arbeitswelt führt zu großen Ängsten. Zahlreiche Arbeitnehmer befürchten, ihre Stelle zu verlieren.

Dass die Mehrheit der Bevölkerung den Wandel der Arbeitswelt als Bedrohung empfindet, zeigt folgende Umfrage:

 

Umfrageergebnisse zu den Auswirkungen der Digitalisierung
9 % Digitalisierung schafft mehr Jobs als verloren gehen.
58 % Durch Digitalisierung gehen mehr Arbeitsstellen verloren, als geschaffen werden.
31 % Die Zahl der Jobs wird sich nicht gravierend ändern.
2 % Keine Angabe

Quelle: https://de.statista.com/infografik/8480/auswirkungen-der-digitalisierung-auf-den-arbeitsmarkt/

 

Aus diesen Angaben geht hervor, dass die Stimmung unter den Arbeitnehmern in Deutschland hinsichtlich der Digitalisierung und der Automatisierung sehr pessimistisch ist. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie davon ausgehen, dass der technische Fortschritt viele Arbeitsplätze vernichten wird.

Angeheizt wird diese Stimmung von wissenschaftlichen Studien, die untersuchen, wie viele Arbeitsplätze durch Roboter und Computer ersetzt werden könnten. Diese zeigen auf, dass rund die Hälfte der Arbeitsplätze durch den technischen Fortschritt gefährdet ist.

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie davon ausgehen, dass der technische Fortschritt viele Arbeitsplätze vernichten wird.

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie davon ausgehen, dass der technische Fortschritt viele Arbeitsplätze vernichten wird. (#02)

 

Automatisierbare Arbeitsplätze in verschiedenen Ländern
Land Arbeitsplätze gesamt (in Mio.) davon automatisierbar (in Mio.)
China 772,5 395,3
Indien 454,2 235,1
USA 132,2 60,6
Brasilien 107,3 53,7
Russland 70,4 35,4
Japan 63,9 35,6
Deutschland 42,7 20,5
UK 27,7 11,9
Italien 23,4 11,8
Frankreich 22,6 9,7

Quelle: https://de.statista.com/infografik/8751/durch-automatisierung-gefaehrdete-arbeitsplaetze/

Aus diesen Werten geht nicht nur hervor, dass sehr viele Arbeitsplätze durch die Verwendung von Robotern und anderen digitalen Techniken bedroht sind. Darüber hinaus wird deutlich, dass sich in allen Ländern die Arbeitswelt im Wandel befindet. Bei der Bedrohung der Arbeitsplätze handelt es sich daher um ein globales Problem.

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Arbeitskräfte haben – je nachdem, in welchem Bereich sie tätig sind.

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Arbeitskräfte haben – je nachdem, in welchem Bereich sie tätig sind. (#03)

Verschiedene Berufe unterschiedlich stark von Automatisierung bedroht

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Arbeitskräfte haben – je nachdem, in welchem Bereich sie tätig sind. In manchen Berufsfeldern wird die Nachfrage sicherlich ansteigen – insbesondere in den Bereichen, die die Digitalisierung vorantreiben.

In anderen Berufen wird es hingegen zu einem erheblichen Stellenabbau kommen. Insbesondere einfache Tätigkeiten, die stets nach einem festen Muster ablaufen, eignen sich sehr gut für die Automatisierung. Daher sind die entsprechenden Arbeitsplätze besonders gefährdet.

Die folgende Tabelle zeigt eine Prognose, wie viele Stellen in den verschiedenen Berufen bis zum Jahr 2025 wegfallen werden:

Gefährdete Arbeitsplätze in verschiedenen Berufen (Prognose für 2025)
Fertigungstechnische Berufe 1.300.000
Unternehmensführung und -organisation 1.300.000
Andere Fertigungsberufe 1.000.000
Verkehrs- und Logistikberufe 800.000
Handelsberufe 700.000
Unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe 600.000
Medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufe 400.000
Bau- und Ausbauberufe 400.000
Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 400.000
IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe 300.000
Reinigungsberufe 200.000
Land- und Forstwirtschaft, Gartenbauberufe 100.000
Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe 100.000

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/814326/umfrage/prognose-gefaehrdete-arbeitsplaetze-durch-die-automatisierung-in-deutschland/

Einige dieser Ergebnisse erscheinen sehr naheliegend. Dass es durch die Nutzung von Robotern gerade in fertigungstechnischen Berufen zu einem starken Stellenabbau kommen wird, liegt auf der Hand. Durch die großen Fortschritte beim autonomen Fahren ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass zahlreiche Verkehrs- und Logistikberufe wegfallen werden.

Etwas erstaunlich erscheint es jedoch zunächst, dass auch bei den Berufen in der Unternehmensführung und -organsiation mit einem erheblichen Rückgang zu rechnen ist. Doch auch hierbei lassen sich viele Prozesse immer weiter digitalisieren. Innerhalb dieser Berufsgruppe sind beispielsweise zahlreiche Mitarbeiter im Bereich der Buchhaltung und des Personalwesens beschäftigt. Für diese Aufgaben gibt es jedoch immer leistungsfähigere Software, die immer seltener einen menschlichen Arbeitseinsatz erforderlich macht.

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das zu erheblichen sozialen Problemen führen.

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das zu erheblichen sozialen Problemen führen. (#04)

Soziale Konflikte durch die Arbeitswelt im Wandel befürchtet

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann kann das zu erheblichen sozialen Problemen führen. Viele Beobachter gehen davon aus, dass dieser Prozess dazu führt, dass in einigen Jahrzehnten nur noch wenige hoch spezialisierte Fachkräfte mit gutem Praxiswissen erforderlich sind, die sich um die Forschung und um die Organisation der automatisierten Maschinen kümmern. Diese erhalten eine hervorragende Entlohnung.

Für Arbeitskräfte mit geringem Ausbildungsniveau und ohne Praxiswissen im Bereich der Automatisierung besteht hingegen kaum mehr Bedarf. Das Gleiche gilt für ältere Menschen, die sich nicht mehr an den schnellen technischen Fortschritt anpassen können. Das kann zu enormen sozialen Spannungen führen.

Hinzu könnten regionale Differenzen kommen – zwischen Ballungszentren mit guter digitaler Infrastruktur und rückständigen ländlichen Gebieten. Für Politik und Gesellschaft besteht eine enorme Herausforderung darin, sich bereits jetzt auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, Betriebsvereinbarungen zu treffen, um den Arbeitsschutz und die Mitbestimmung im Unternehmen zu gewährleisten. Wenn sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt diesen Prognosen entsprechend verändern, dann kann ein guter Arbeitsschutz dabei helfen, die sozialen Folgen abzumildern.

Am Anfang dieses Artikels wurde bereits gezeigt, dass sich zwischen 2010 und 2015 der Absatz von Industrierobotern verdoppelt hat.

Am Anfang dieses Artikels wurde bereits gezeigt, dass sich zwischen 2010 und 2015 der Absatz von Industrierobotern verdoppelt hat.(#05)

Unterschiedliche Auffassung: Digitalisierung schafft Arbeitsplätze

Wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet, dann muss das nicht zwangsläufig negative Folgen haben. Bei den meisten großen technischen Entwicklungen hatten die Menschen zunächst große Bedenken. Beispielsweise ging bereits bei der Einführung der Dampfmaschine die Mehrheit der Bevölkerung davon aus, dass diese Erfindung dazu führen würde, dass die menschliche Arbeitskraft überflüssig wird.

Diese Befürchtungen sollten sich jedoch nicht bewahrheiten. Im Gegenteil: Es kam zu einer erheblichen Verbesserung des Wohlstands. Viele Beobachter gehen daher auch bei der aktuellen Entwicklung davon aus, dass die positiven Effekte überwiegen werden. Die ersten Anzeichen sind dabei auch durchaus positiv. Am Anfang dieses Artikels wurde bereits gezeigt, dass sich zwischen 2010 und 2015 der Absatz von Industrierobotern verdoppelt hat.

Als Vergleich dazu sollen nun die Arbeitsmarktzahlen für diesen Zeitraum präsentiert werden:

Die Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre
Jahr Beschäftigte Arbeitslose
2010 27.842.224 3.380.367
2011 28.107.018 3.125.116
2012 28.915.620 3.084.711
2013 29.574.495 2.848.950
2014 30.261.687 3.054.722
2015 30.275.755 2.737.724

Quelle: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Arbeitsmarkt-im-Ueberblick/Arbeitsmarkt-im-Ueberblick-Nav.html

Das zeigt, dass die fortschreitende Automatisierung nicht zu einer hohen Arbeitslosenzahl geführt hat. Die Beschäftigung ist während dieses Zeitraums gestiegen und die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken. Es herrscht annähernd Vollbeschäftigung. Dabei gilt es zu beachten, dass Deutschland nach Südkorea und Japan weltweit die dritthöchste Dichte an Industrierobotern aufweist. All diese Anzeichen sprechen bislang dafür, dass die Automatisierung nicht der gefürchtete Jobkiller sein wird, sondern sich sogar positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

Beispielsweise ist es wichtig, dass ausreichend Weiterbildungsangebote zur Verfügung stehen, damit sich die Arbeitnehmer auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können.

Beispielsweise ist es wichtig, dass ausreichend Weiterbildungsangebote zur Verfügung stehen, damit sich die Arbeitnehmer auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können.

Welche Maßnahmen sind notwendig, um den technischen Wandel erfolgreich zu gestalten?

Es ist nicht zu leugnen, dass sich die Arbeitswelt im Wandel befindet. Allerdings besteht dennoch kein Grund dazu, diese Entwicklung mit allzu viel Pessimismus zu betrachten. Historische Erfahrungen haben gezeigt, dass sich der technische Fortschritt immer positiv auf den Arbeitsmarkt und auf den Wohlstand der Gesellschaft ausgewirkt hat. Dennoch ist es wichtig, mit den anstehenden Veränderungsprozessen bewusst umzugehen.

Beispielsweise ist es wichtig, dass ausreichend Weiterbildungsangebote zur Verfügung stehen, damit sich die Arbeitnehmer auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können. Eine unternehmensinterne Mitbestimmung der Arbeitskräfte und Betriebsvereinbarungen für Ältere sowie für Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation können dabei helfen, die sozialen Folgen abzumildern.

Auf diese Weise ist es möglich, den Wohlstand zu mehren, selbst wenn sich die Arbeitswelt im Wandel befindet und sich die Rahmenbedingungen stetig verändern.

Weitere Quellen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-146612488.html
https://www.futurezone.de/b2b/article215351105/2025-werden-Maschinen-uns-die-meiste-Arbeit-abgenommen-haben.html
https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/roboter-und-computer-als-chef-in-zukunft-14166415.html

 

 


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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