Spanische Sprache lernen: Weniger schwer als gedacht!

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Die Unterschiede zwischen Deutsch und Spanisch bestehen nicht nur im reinen Vokabular, sondern auch in der Grammatik und in der eigentlichen Wortwahl. Kein Wunder, dass die spanische Sprache als schwer empfunden wird.

Spanische Sprache lernen: Typische Fehler beim Lernen

Auch wenn Englisch eine Weltsprache ist und Reisende damit fast überall weiterkommen: In Ländern, in denen Spanisch gesprochen wird, wird auch erwartet, dass sich Besucher Mühe geben und jeder nach Möglichkeit die Landessprache verwendet.

Dabei treten beim Lernen einige Fehler auf, die tatsächlich fast jeder macht:

  1. Angst vor dem Sprechen

    Dieser Fehler mag sich nicht auf das Vokabular beziehen oder auf die Grammatik, doch er ist noch weitaus gravierender! Wer Angst vor dem Sprechen hat, wird die spanische Sprache kaum richtig lernen können. Nicht wenige Anfänger schämen sich für ihre schlechten Sprachkenntnisse und verstehen nicht, warum das Spanisch lernen angeblich leicht sein soll.

    Unterschiede zu den Menschen, die sich mit Spanisch nicht so schwer tun, liegen vor allem in der Häufigkeit des Sprechens sowie in den Versuchen, möglichst nicht auf Englisch auszuweichen. Dabei müssen Lernende die Sprache doch erst recht so häufig wie möglich anwenden! Niemanden stört es, wenn die spanische Sprache ein wenig holperig klingt und manche Vokabeln falsch sind.

    In Spanien und anderen spanischsprachigen Ländern sind die Menschen Lernenden gegenüber sehr wohlgesonnen und kommen ihnen gern entgegen, wenn einige Sätze nur schwer verständlich sind. Der falsche Stolz, der einen Anfänger am Sprechen hindert, muss so schnell wie möglich abgelegt werden! Nur dann ist es möglich, wirklich rasch in den spanischsprachigen Ländern klarzukommen und sich verständlich zu machen.

    In Spanien und anderen spanischsprachigen Ländern sind die Menschen Lernenden gegenüber sehr wohlgesonnen und kommen ihnen gern entgegen, wenn einige Sätze nur schwer verständlich sind.  ( Foto: Shutterstock-Inspiring)

    In Spanien und anderen spanischsprachigen Ländern sind die Menschen Lernenden gegenüber sehr wohlgesonnen und kommen ihnen gern entgegen, wenn einige Sätze nur schwer verständlich sind. ( Foto: Shutterstock-Inspiring)

  2. Geringes Hörverständnis

    Die spanische Sprache soll nicht nur gesprochen werden, sondern es ist auch wichtig, das gesprochene Wort zu verstehen. Vielleicht wird doch mal die CD verwendet, die mit spanischen Textbausteinen aufwartet? Oder es wird ein Podcast auf Spanisch gehört, selbst Kinderhörspiele aus Spanien, die mit ihrer einfachen Sprache punkten, können hilfreich sein.

    Wichtig ist, sich beim Hören ganz und gar auf das Gesagte zu konzentrieren. Daher mag die spanische CD beim Autofahren sinnvoll sein, um ein Gefühl für den Sprachklang zu entwickeln und um längere Zeit von der Sprache umgeben zu sein. Doch wer sich hier zu stark konzentriert, kann nicht mehr Auto fahren. Somit gilt es, sich die Situationen, in denen das Hörverständnis geübt werden kann, gut auszusuchen und unbedingt am verstehenden Hören zu feilen.

  3. Keine Verbkonjugationen ( Video )

    Grammatik ist furchtbar und das in jeder Sprache! Spanisch macht da keine Ausnahme und wartet mit allerlei Zeitformen auf, die in verschiedenen Situationen verwendet werden. Viele Anfänger geben sich auch Mühe und wollen diese Zeitformen lernen, doch die Verben werden dabei vergessen. Diese müssen je nach Zeitform konjugiert werden und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

    Verben konjugieren, wie langweilig! Dabei führt nur das konsequente Lernen zum Ziel und häufig wird angeraten, lieber weniger Zeitformen zu lernen, die dafür richtig. Am Anfang reichen die Zeitformen Presente, Pretérito und Futuro völlig aus und wollen erst einmal sicher beherrscht werden.

    Dabei sind die Verbkonjugationen recht schwer zu lernen, denn wie in anderen Sprachen auch wartet die spanische Sprache mit zahlreichen unregelmäßigen Verben auf. Hier gibt es kaum Unterschiede zu Englisch oder Französisch, auch dort müssen unregelmäßige Verben in allen Formen konjugiert und gelernt werden.

    Video: Spanisch lernen für Anfänger – Tag 1

  4. Vokabeln falsch lernen

    Auch das ist ein Fehler, der sich in die Reihe häufiger Fehler stellen muss und das in jeder Sprache. Meist finden die Lernenden Vokabeln nur am Anfang spannend, wenn die grundsätzlichen Aussagen zur eigenen Person gelernt werden. Hier gilt es, den inneren Schweinehund zu überstimmen, denn ohne Vokabeln lernen kommt niemand weiter.

    Mittlerweile gibt es dafür gute Vokabeltrainer, die auch unterwegs als App genutzt werden können. So macht Vokabeln lernen sogar noch Spaß! Wichtig ist zudem, die Vokabeln richtig zu lernen, was nicht unbedingt direkt nach dem Aufstehen oder zu Zeiten, in denen der Biorhythmus nur noch nach Schlafen verlangt, sein sollte.

  5. Artikel falsch verwenden

    Die spanische Sprache hat durchaus ihre Tücken, weshalb allgemein angeraten wird, sie nicht nur als Kurs (online oder in der Volkshochschule) zu erlernen. Die Unterschiede zur deutschen Sprache sind teilweis

    Die spanische Sprache hat durchaus ihre Tücken, weshalb allgemein angeraten wird, sie nicht nur als Kurs (online oder in der Volkshochschule) zu erlernen. ( Foto: Shutterstock-Daniel M Ernst )

    Die spanische Sprache hat durchaus ihre Tücken, weshalb allgemein angeraten wird, sie nicht nur als Kurs (online oder in der Volkshochschule) zu erlernen. ( Foto: Shutterstock-Daniel M Ernst )

    Es kann nämlich durchaus sein, dass gerade an dieser Stelle keiner zur Anwendung kommt. Was tröstet ist, dass es auch anderen Lernenden so geht, denn nicht nur Spanisch ist hin und wieder ordentlich kompliziert. Dennoch: Bitte nicht davor scheuen, ganze Sätze zu sprechen. Auch wenn die Artikel falsch sind, wird ein Spanier diese schon verstehen. Im Geschäftsleben ist es aber wichtiger, sich richtig auszudrücken, hier sollte vorab ein wenig mehr Lernaufwand betrieben werden, damit wenigstens die Artikel sitzen.

  6. Falsche Aussprache (Video)

    Viele Sprachschüler lieben es, in der jeweiligen Sprache zu schreiben. Der Grund: Dann kann niemand hören, dass ein Wort vielleicht falsch ausgesprochen wird. Doch genau das ist der Fehler, wie wir bereits wissen. Es gilt doch vielmehr, so häufig Spanisch zu sprechen wie möglich! Am häufigsten stolpern Sprachschüler über die Buchstaben „B“ und „V“, denn diese kennt die spanische Sprache als gleich klingend. Auch das rollende „R“ wird gern vergessen und der Buchstabe hart ausgesprochen.

    Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Lern- und Übungssache, denn wer die spanische Sprache möglichst häufig verwendet, wird sie viel sicherer anwenden können. Gleichzeitig fallen Unterschiede mehr auf und werden in der Anwendung der Sprache berücksichtigt.

    Video: Spanisch lernen – 100 Wörter und Sätze für Anfänger

  7. Falsche Satzstellung

    In Spanien ist vieles einfach, aber die Sprache und speziell die Satzstellung ist es nicht unbedingt. Häufig werden hier keine Unterschiede gemacht und die Wörter werden in der Reihenfolge gesprochen, in der sie auch im Deutschen verwendet werden. Das ist eine schlechte Idee, denn in vielen Fällen ist das schlichtweg falsch. Die Sätze können sich im besten Fall ein wenig seltsam anhören.

    Im schlimmsten Fall aber haben sie eine gänzlich andere Bedeutung und nichts mehr mit dem zu tun, was der Sprechende eigentlich sagen wollte. Viele Anfänger neigen daher dazu, die Sätze so kurz wie möglich zu gestalten und bestenfalls nur ein Substantiv und ein Verb zu nutzen. Das wird auf Dauer langweilig und führt zu einer Art Telegrammstil, der kaum positiv beim Gegenüber ankommt. Auch hier gilt wieder: Übung macht den Meister und wer in Spanien und anderen spanischsprachigen Ländern gut klarkommen will, muss sich ein wenig Mühe geben.

  8. Wörtern eine gleiche Bedeutung unterstellen

    Die spanische Sprache kennt viele Wörter, die ähnlich gesprochen werden und klingen wie im Deutschen. Ein gutes Beispiel dafür ist „investir“. Die naheliegende Übersetzung wäre „investieren“, doch das ist falsch. Das Wort heißt „verleihen“, was in der Praxis doch einen gehörigen Unterschied bedeuten dürfte.

    Solche falschen Freunde kommen häufiger vor und müssen gut bekannt sein, damit der Sprachschüler keinen Reinfall mit seinem Satz erlebt. Häufig haben diese Worte, die ähnlich wie deutsche Worte klingen, eine gänzlich andere Bedeutung, die bestenfalls unpassend, im schlimmsten Fall anmaßend ist. Also Vorsicht mit freien Übersetzungen, die scheinbar ganz einfach sind!

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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