Elka investiert in Morbach einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, um den Produktionsstandort für Spanplatten grundlegend weiterzuentwickeln. Die Arbeiten erfolgen bis 2028 parallel zum regulären Betrieb und verbinden neue Fertigungstechnik mit einer modernen Energieanlage. Dadurch sollen Ressourcen effizienter genutzt, Produktionsprozesse beschleunigt und die Qualität der Platten verbessert werden. Künstliche Intelligenz soll Daten aus dem Herstellungsprozess für eine präzisere Steuerung auswerten. Neben geplanter Emissionsminderung zielt das Vorhaben auf lokale Wettbewerbskraft, Beschäftigung und Wertschöpfung.
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Elka modernisiert Morbach mit Rekordinvestition für wettbewerbsfähige Produktion langfristig

Die Zukunft des Standorts Morbach im Überblick (Foto: Frank Gemeinhardt)
Elka verbindet den Neubau der Produktionsanlagen mit einer klaren Standortentscheidung zugunsten von Morbach. Die Investition ist nach Angaben des Unternehmens größer als der Jahresumsatz und stellt damit die bisher umfangreichste finanzielle Maßnahme der Firmengeschichte dar. Geschäftsführer Karl-Robert Kuntz verwies darauf, dass die vorhandene Technik langfristig keine wettbewerbsfähige Kostenstruktur mehr gewährleistete. Ausschlaggebend für den Projektstart waren die technische Machbarkeit, rechtliche Genehmigungen, verfügbare Mittel und tragfähige Marktbedingungen für die Zukunft Morbachs insgesamt.
Laufende Produktion begleitet schrittweise technische Erneuerung der Spanplattenanlage dauerhaft
Der seit 2022 laufende Umbau der Spanplattenfertigung verbindet technische Erneuerung mit einer fortgesetzten Produktion. Statt einer vollständigen Stilllegung werden einzelne Anlagenbereiche nacheinander ersetzt oder modernisiert. Zu den bereits abgeschlossenen Maßnahmen gehören ein neues Zuschnittzentrum, eine leistungsstarke Messerringzerspanung und aktualisierte Aggregate für Siebung sowie Beleimung. Damit sind wichtige Prozessketten auf den aktuellen technischen Stand gebracht. Sie ermöglichen die Integration der noch ausstehenden Großanlagen und verringern technische Risiken während der nächsten Ausbauphase.
Geschlossene Lager optimieren Brennstoffversorgung für Kesselhaus und Produktionsprozesse dauerhaft

elka Richtfest 2026 (Foto: Frank Gemeinhardt)
Das Investitionsvorhaben umfasst mehrere technisch miteinander verbundene Anlagenbereiche. Die zentrale Biomasse-Energieanlage erzeugt mit einer Wärmeleistung von knapp 20 Megawatt Prozessenergie. Ein Niedertemperaturtrockner senkt den Energiebedarf bei der Materialtrocknung. Geschlossene Lageranlagen verbessern die geordnete Bereitstellung von Sägespänen und Hackschnitzeln. Als Hauptbestandteil wird eine rund 165 Meter lange Form- und Pressenstraße installiert. Sie erweitert das Formatspektrum und unterstützt effiziente Produktionsabläufe sowie verbesserte Platteneigenschaften. DIEFFENBACHER ist Partner für Kesselhaus, Presse und deren technische Auslegung.
Biomasseanlage und Trockner stärken ökologische Position des Morbacher Werks
Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Verbindung von industrieller Erneuerung, Energieeffizienz und Klimaschutz. Für den Produktionsstandort Morbach prognostiziert elka eine Minderung der CO? Emissionen um etwa 40 Prozent. Ermöglicht werden soll dies insbesondere durch eine Biomasse Energieanlage und einen Niedertemperaturtrockner. Die Technik nutzt Wärme gezielter und senkt den Energiebedarf einzelner Prozessschritte. Damit entstehen Voraussetzungen für eine wirtschaftlichere Herstellung, stabile Kosten und eine stärkere Positionierung des Werks als emissionsbewusster Produzent langfristig.
KI verknüpft künftig Prozessdaten mit Platteneigenschaften für präzisere Fertigung
Für die künftige Fertigung ist ein KI-gestütztes Informationssystem vorgesehen, das zahlreiche Betriebsdaten zusammenführt. Es verknüpft Werte aus Anlagensteuerung, Rohstoffaufbereitung und laufender Produktion mit Prüfergebnissen der fertigen Platten. Diese Auswertung soll Mitarbeitern helfen, Ursachen für Qualitätsschwankungen schneller einzugrenzen und Prozesse gezielt anzupassen. Gleichzeitig können Einsatzmengen von Holz, Leim und Energie besser abgestimmt werden. Das System ergänzt die Erfahrung der Belegschaft, ersetzt jedoch weder deren Fachkenntnisse noch deren Verantwortung im täglichen Betrieb.
Holzversorgung bildet Grundlage für regionale Produktion und langfristige Beschäftigung
Elka bewertet Holz nicht nur als Rohstoff mit einem unmittelbaren Marktpreis, sondern als Ausgangspunkt einer weitreichenden regionalen Wertschöpfung. Larissa Kuntz verwies darauf, dass die Bearbeitung vom Wald über Logistik und Plattenproduktion bis zum Bauprodukt erheblichen zusätzlichen Nutzen schafft. Landesforsten Rheinland-Pfalz nennt hierfür einen möglichen Wert von 3.000 Euro je Kubikmeter. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, benötigt das Unternehmen kalkulierbare Liefermengen während des gesamten Jahres für Produktion, Investitionen und Arbeitsplätze am Standort.
Masterplan verbindet klimaangepassten Waldumbau mit langfristiger Rohstoffversorgung und Holzbau
Elka verbindet seine Forderung nach einem Masterplan mit dem Ziel, die Wertschöpfungskette des Rohstoffs Holz in Rheinland-Pfalz abzusichern. Das Konzept soll waldbauliche Anpassungen an klimatische Veränderungen, die Bereitstellung von Industrieholz und die Förderung von Holzbauweisen koordinieren. Kuntz verlangt einen Austausch zwischen Ministerien und den beteiligten Wirtschafts- und Forstakteuren. Sie verweist darauf, dass verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen notwendig sind. Förderprogramme, die eine Nutzung erschweren oder Flächen stilllegen, bewertet sie grundsätzlich kritisch.
Wälder und Holzprodukte speichern Kohlenstoff und ersetzen emissionsintensive Baustoffe
Der Ministerpräsident verwies auf die breite wirtschaftliche Basis, die die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft in Rheinland-Pfalz bildet. Die Branche vereint ungefähr 7.500 Betriebe und rund 54.000 Beschäftigte. Ihr Umsatz übersteigt zehn Milliarden Euro und verdeutlicht ihre Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und regionale Entwicklung. Gordon Schnieder unterstrich zudem die ökologische Funktion von Holz. Kohlenstoff wird sowohl im Wald als auch in langlebigen Holzprodukten gespeichert. Holz kann außerdem energieaufwendige Baustoffe substituieren.
Standortgerechte Nadelhölzer sollen klimaangepasste Mischwälder langfristig weiterhin sinnvoll ergänzen
Mit den Festlegungen im Koalitionsvertrag will die Landesregierung den Einsatz von Holz als Baustoff stärker voranbringen. Schnieder nannte sowohl die Förderung moderner Holzbauweisen als auch einen höheren Holzeinsatz bei Bauvorhaben als politische Ziele. Schneider betonte die Notwendigkeit stabiler Liefermengen aus regionaler Forstwirtschaft. Standortgerechte Nadelbäume sollen in widerstandsfähigen Mischwäldern erhalten bleiben. Aktive Bewirtschaftung soll Klimaanpassung, Naturschutz und eine nachhaltige Versorgung der Holzwirtschaft miteinander vereinbaren und damit regionale Wertschöpfung dauerhaft absichern können.
Zeitkapsel verbindet elka-Tradition mit Ausbau der Produktion in Morbach
Im Rahmen des Richtfests wurde eine Zeitkapsel als bleibendes Zeichen des Neubaus vorbereitet. Larissa Kuntz und Gordon Schnieder legten sie in einen Grundsteinkubus, der später im Fundament der Anlage verschwindet. Die Auswahl der Beigaben reicht von Zeitungen des 5. Oktober 2026 und einem Geschäftsleitungsbrief bis zu Registerunterlagen aus 1906, Luftbildern, einem Nachhaltigkeitspreisfoto und einer elka strong board. Sie dokumentiert Herkunft, Produktentwicklung und Investitionsentscheidung des Unternehmens für den Standort Morbach langfristig.
Für Morbach bedeutet das Vorhaben eine substanzielle Sicherung industrieller Wertschöpfung. Die Erneuerung der Spanplattenproduktion ersetzt technisch überholte Strukturen durch leistungsfähige Anlagen, welche Kapazität, Produktgüte und Produktionssicherheit verbessern sollen. Gleichzeitig senken effizientere Wärmebereitstellung und moderne Trocknung den Energieaufwand und die CO?-Belastung. Dies unterstützt die Wettbewerbsposition des Unternehmens in einem anspruchsvollen Markt. Die Investition kann jedoch nur nachhaltig rentabel arbeiten, wenn ausreichend Holz verlässlich, nachhaltig und zu marktgerechten Preisen zur Verfügung steht.

