Die Regierung des Landes Baden-Württemberg weist insgesamt 760.000 Euro für die Durchführung von zehn Pilotvorhaben zu, die junge Menschen bis zum Alter von dreißig Jahren vor frühzeitiger Überschuldung bewahren sollen. Dabei wird eine Kombination aus maßgeschneiderten Präventionsmaßnahmen und zügiger Hilfe bei bereits bestehenden Schulden erarbeitet. Gefördert werden niedrigschwellige Informationsund Beratungsangebote, die digitale Plattformen, Apps sowie Peer-to-Peer-Methoden einsetzen und klassische Lernorte wie Schulen und Jugendzentren einbeziehen. Grundlage bildet der GesellschaftsReport 1/2025.
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Zehn Pilotprojekte fördern junge Menschen frühzeitig vor finanziellem Überschuldungsschutz
Mit einem Fördervolumen von 760.000 Euro unterstützt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration zehn Pilotprojekte, die planmäßig bis Ende Februar 2029 realisiert werden. Die Angebote richten sich an junge Verbraucher im Alter bis 30 Jahre und verbinden präventive Informationsmodule mit sofortiger Hilfestellung bei vorhandenen Schuldenbergen. Schwerpunktmäßig werden Aspekte des Internethandels und der Ratenkreditvergabe thematisiert, um potenzielle Verschuldungsrisiken frühzeitig aufzuspüren und die finanzielle Eigenverantwortung nachhaltig zu fördern.
Buy-now-pay-later-Angebote erhöhen starkem Überschuldungsrisiko junger Verbraucher im digitalen Umfeld
Mit einer durchschnittlichen Überschuldungsquote von 6,7 Prozent im Land bleibt die Gesamtbelastung moderat, doch junge Menschen unter 30 Jahren weisen die höchste Zuwachsrate an Forderungsausfällen auf, wie Untersuchungen der Creditreform zeigen. Insbesondere digitale Zahloptionen wie Buy now pay later und veränderte Abrechnungsmodalitäten im Onlinehandel führen bei internetaffinen Nutzergruppen zu erhöhten Schuldenrisiken. Häufig nehmen hierbei Telekommunikationsfirmen, Versandhäuser und diverse Gewerbebetriebe die Rolle der Gläubiger ein. Diese Dynamik verstärkt junge Verbraucher zusätzlich
Einfach verständliche Finanzinformationen per App und sozialen Medien bereitgestellt
Die Initiative setzt auf barrierefreie, bedarfsgerechte Präventionsmodule in Schulen, Jugendtreffs und weiteren öffentlichen Räumen, um junge Menschen vor Überschuldung zu bewahren. Interaktive Schulungsunterlagen liegen in verständlicher, leicht zugänglicher Sprache und in verschiedenen Sprachen vor und werden über Apps, Kommunikationsplattformen und Social-Media-Kanäle direkt bereitgestellt. Ergänzend erfolgt gezielte Elternarbeit, durch die Familien im häuslichen Alltag finanzielle Grundkompetenzen entwickeln und junge Verbraucher den verantwortungsvollen Umgang mit Geld, Digitalzahlungen und Kreditangeboten praxisorientiert erlernen können.
Peer-Botschafter mit Schulderfahrung und Fachkräftefortbildung bilden neuen innovativen Beratungsmix
Bei ausgewählten Modellprojekten werden junge Erwachsene mit persönlicher Überschuldungserfahrung als Peer-Botschafter eingesetzt, um Betroffene auf Augenhöhe über Finanzfallen zu informieren und Emotionen transparent anzusprechen. Parallel dazu absolvieren Mitarbeitende von kommunalen und freien Schuldnerberatungsstellen intensive Fortbildungen, um professionelle Beratungswerkzeuge und methodische Strukturen sicher anzuwenden. Diese doppelte Ausrichtung verknüpft spezifisches Erfahrungswissen mit strukturierten Prozessen und schafft dadurch eine innovative Kombination, die nachhaltiges Schuldenmanagement und präventiven Jugenddialog wirkungsvoll fördert und konsequent weiter stärkt.
Kommunale freie Träger prägen Schuldenberatung und Prävention bis 2029
Zwischen November 2025 und Februar 2029 fungieren die 131 kommunal und wohlfahrtsorientiert getragenen Schuldnerberatungsstellen als zentrale Anlaufstellen für innovative Präventions- und Beratungsmodelle. Sie pilotieren interaktive Workshops, digitale Selbsttests und strukturierte Fallanalysen, um Überschuldungsrisiken frühzeitig zu erkennen. Lokale Netzwerke aus Sozialdiensten, Bildungseinrichtungen und ehrenamtlichen Initiativen unterstützen die fachübergreifende Umsetzung. Gleichzeitig fließen Erkenntnisse aus der Praxis in regelmäßige Konzeptevaluation und methodische Weiterentwicklung ein. Analyseergebnisse werden fortlaufend dokumentiert und in regelmäßige Schulungsprogramme integriert.
FamilienForschung BW erstellt offiziell Grundlagenbericht zu Jugend-Überschuldung und Förderaufruf
Die im Report BW 1/2025 zusammengefassten Ergebnisse zur Überschuldung junger Erwachsener in Baden-Württemberg basieren auf einer Studie der FamilienForschung Baden-Württemberg im Auftrag des Ministeriums. Dieser GesellschaftsReport ist in die modulare Armutsberichterstattung eingebettet und wurde im Juli 2025 veröffentlicht. Er liefert fundierte Daten zu Schuldendynamiken im Internethandel, bewertet Einflussfaktoren wie Ratenkredite und „Buy-Now-Pay-Later“-Modelle und begründet den Bedarf an präventiven Präventions- und Interventionsmaßnahmen durch Pilotprojekte.
Fachlich fundierte Pilotprojekte schützen junge Menschen vor Überschuldung digital
Die Initiative setzt auf niedrigschwellige Aufklärungsangebote und praxisnahe Trainingsformate, um junge Menschen für finanzielle Risiken im Internethandel und bei Ratenkrediten zu sensibilisieren. Ergänzt wird dieses Angebot durch Peer-to-Peer-Beratungssettings, in denen Jugendliche mit eigenen Erfahrungen hilfreiche Tipps weitergeben. Wissenschaftliche Erkenntnisse fließen kontinuierlich ein, um Präventionsmaßnahmen und Beratungsprozesse zu optimieren. Ziel ist, nachhaltige Finanzkompetenz zu etablieren, Überschuldung früh zu vermeiden und digitale Zahlungsfallen gezielt zu umgehen. unter Einbindung regionaler Partner, umfassender Monitoring-Komponenten

