Sportwetten schaffen Arbeitsplätze: Entwicklung in der Spielbranche

Es gibt die Glücksspielanbieter und die Spieler, mehr Beteiligte sind nicht vorhanden. Falsch, denn zahllose Angestellte sorgen dafür, dass das Geschäft läuft und der Rubel rollt.

Sportwetten schaffen Arbeitsplätze

Nicht nur die Kasinos und Spielhallen fungieren als Arbeitgeber und offerieren vielseitige Arbeitsplätze. Auch Automaten müssen aufgestellt und betreut werden, die Annahmestellen der Lotterien brauchen Mitarbeiter und Onlinebüros Betreuter. Dazu kommt der Social Media Bereich, der im Rahmen der Sportwetten einen immer größeren Raum einnimmt. Momentan wird von rund 198.000 Beschäftigten in der Glücksspielbranche ausgegangen, allerdings ist die Zahl nicht abschließend zu sehen.

Zu unterscheiden sind die direkt und die indirekt Beschäftigten, außerdem gibt es den regulierten und den nicht regulierten Markt. Dabei spielen auch Sportwetten eine große Rolle, denn diese müssen online angenommen, verarbeitet und verwaltet werden. Außerdem bieten der Bereich des Social Media viele Arbeitsplätze, denn eine Welt ohne soziale Netzwerke ist heute auch im Sport und im Glücksspielbereich nicht mehr vorstellbar.

Es gibt die Glücksspielanbieter und die Spieler, mehr Beteiligte sind nicht vorhanden. Falsch, denn zahllose Angestellte sorgen dafür, dass das Geschäft läuft und der Rubel rollt.(#01)

Es gibt die Glücksspielanbieter und die Spieler, mehr Beteiligte sind nicht vorhanden. Falsch, denn zahllose Angestellte sorgen dafür, dass das Geschäft läuft und der Rubel rollt.(#01)

Social Media im Sport

Social Media ist im Sport überaus bedeutsam: Facebook, Twitter, Instagram und Co. halten die Fans auf dem Laufenden und lassen sie erfahren, was gerade im Training, im Spiel und im Privatleben der Spieler und Sportler los ist. Gerade auch in der Bundesliga spielen die sozialen Netzwerke eine Rolle, wie www.sportwette.net zu berichten weiß. Hier ist von James Rodriguez zu lesen, der mehr als 34 Millionen Follower auf Instagram hat. Joshua Kimmich hingegen hat nur 1,4 Millionen Follower, was eine Einblick darüber zulässt, wie beliebt jemand bei den Sportfans ist.

Einige Fußballer boykottieren die sozialen Netzwerke und verbringen ihre Zeit im realen Leben, schätzen die Bedeutung von Social Media aber falsch ein. Denn ein moderner Fan erwartet von seinem Idol, auf dem Laufenden gehalten zu werden und so Einblicke in alle Facetten des Sportlerdaseins zu bekommen. Weil das aber einem Spieler oder Sportler selbst nicht immer möglich ist, werden Leute beschäftigt. Sie füllen die Accounts mit immer neuen Inhalten, teilweise mehrmals täglich. Sie übernehmen das Beantworten von Fragen und antworten auf Kommentare. Sie behalten den Account im Blick und sind auch dafür zuständig, Inhalte bei Bedarf zu löschen. Social Media im Sport besitzt eine umfassende Informationsaufgabe, soll aber auch der Kommunikation mit den Fans dienen.

Allerdings ist einigen Fans nicht bewusst, dass sie nicht wirklich mit ihrem Idol „sprechen“, wenn sie Fragen stellen und Antworten bekommen. Gleichzeitig sehen die Vereine in den Social Media Aktivitäten Chancen, selbst bekannter und beliebter zu werden. Kein Wunder, dass sie sich verstärkt in diesem Bereich engagieren und eigens Personal für die Betreuung von Websites und Social Media Accounts einsetzen.

Beschäftigte bei Glücksspielen und Wetten

Bei Glücksspielen und Wetten lassen sich zahlreiche Arbeitgeber finden, wie die Zahlen der Beschäftigten zeigen:

  • Rund 88.000 Menschen sind bei Sportwetten, im Lotteriewesen und bei Pferdewetten beschäftigt.
  • Etwa 70.000 Menschen sind an Geldgewinnspielgeräten direkt tätig.
  • Geldgewinnspielgeräte beschäftigen weitere 35.000 Menschen indirekt.
  • Bei Spielbanken arbeiten etwa 5.000 Menschen.

Wie hoch die Beschäftigtenzahlen bei Onlinespielen ist, lässt sich nicht genau ermitteln, zumal hier viele Menschen im Hintergrund und nebenerwerblich tätig sind.

Der sogenannte Automatenbetrieb wurde schon in der Vergangenheit immer weiter reguliert und so durften Automaten beispielsweise nicht in Lokalen aufgestellt werden, in denen die Gastronomie eine untergeordnete Rolle spielt. (#02)

Der sogenannte Automatenbetrieb wurde schon in der Vergangenheit immer weiter reguliert und so durften Automaten beispielsweise nicht in Lokalen aufgestellt werden, in denen die Gastronomie eine untergeordnete Rolle spielt. (#02)

Geldspielgeräte seit Juli 2017 neu geregelt

Es ist klar, dass Sportwetten Arbeitsplätze schaffen, gleichzeitig sinkt aber die Zahl der Beschäftigungen, die mit Geldspielgeräten zu tun haben. Grund dafür sind die umfassenden Neuregelungen für diesen Bereich, die im Juli 2017 verabschiedet wurden, und große Veränderungen mit sich brachten. Der sogenannte Automatenbetrieb wurde schon in der Vergangenheit immer weiter reguliert und so durften Automaten beispielsweise nicht in Lokalen aufgestellt werden, in denen die Gastronomie eine untergeordnete Rolle spielt.

Tankstellen oder Bäckereien waren von dem Betrieb eines Automaten damit ausgeschlossen worden. Außerdem wurde von den Unternehmern ein IHK-Sachkundenachweis verlangt, wenn sie eine neue Aufstellerlaubnis beantragen wollten. Ab November 2019 dürfen nur noch maximal zwei Automaten pro Gastronomiebetrieb aufgestellt werden. Zum Schutz der Spieler gilt, dass pro Spiel nur höchstens 20 Cent gesetzt werden dürfen, als Gewinn können höchstens zwei Euro pro Spiel ausgeschüttet werden.

Maximaler Gewinn liegt bei 400 Euro in der Stunde, der Verlust darf höchstens 60 Euro pro Stunde betragen. Nach einer Stunde muss der Automat für fünf Minuten in die Pause gehen, nach drei Stunden müssen alle Anzeigen auf null gehen. Die Neuregelung soll vor allem Spieler schützen, belastet Unternehmer aber stark.

Gerade bei den Geldgewinnspielgeräten sind viele Betreiber als Selbstständige zu finden (#03)

Gerade bei den Geldgewinnspielgeräten sind viele Betreiber als Selbstständige zu finden (#03)

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in der Glücksspielindustrie

Natürlich beschäftigt die Glücksspielbranche auch sozialversicherungspflichtige Angestellte, wobei deren Zahl ständig wächst. Waren es in 2010 noch rund 44.000 Menschen, wuchs deren Anzahl bis 2014 auf etwa 52.000 an. Der Zuwachs beträgt damit rund 19 Prozent und liegt doppelt so hoch wie in der gesamten Wirtschaft der Bundesrepublik. Indirekt Beschäftigte sind hier aber nicht mit eingerechnet.

Gerade bei den Geldgewinnspielgeräten sind viele Betreiber als Selbstständige zu finden, ebenso wie in den Lotterieannahmestellen. Steht die genaue Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten fest, ist auch klar, wie viele Selbstständige in der Branche tätig sind.
Interessant ist, dass der Umsatz der Sportwettenanbieter wächst und dass auch bei einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes keine negativen Auswirkungen auf die Glücksspielbranche zu verzeichnen sind.

Der Anstieg der Beschäftigten in diesem Bereich bleibt konstant, damit wird die Glücksspielindustrie kaum oder sogar gar nicht von der Gesamtwirtschaft beeinflusst. Eher im Gegenteil, denn es lässt sich eine tendenzielle Zunahme der Beschäftigten erkennen, gerade, wenn es der Gesamtwirtschaft schlechter geht. Nun könnte die Frage aufgeworfen werden, ob die Menschen ihr Heil im Glücksspiel suchen, wenn es im Portemonnaie knapper wird. Sie wären damit immer auf der Suche nach dem großen Gewinn, der ihnen wieder zu mehr Geld verhilft, ihnen dieses aber letzten Endes doch nur aus der Tasche zieht.

Mittlerer Verdienst in der Glücksspielbranche

Der durchschnittliche Verdienst der Beschäftigten in der Glücksspielbranche ist nicht unbedingt der beste: Rund 2.700 Euro verdienen die Leute im Monat. Damit liegt das Verdienstniveau noch niedriger als allgemein bei den Dienstleistungen oder im produzierenden Gewerbe. Dort wird der Durchschnittslohn mit einem monatlichen Wert von 3.700 Euro angegeben. Die Steigerungsrate der Löhne und Gehälter liegt bei der Glücksspielbranche bei rund zwei Prozent im Jahr, in der Gesamtwirtschaft steigt er um drei Prozent.

Werden die gastronomischen Angebote dem Bereich der Sportwetten und des Glücksspiels zugerechnet, so ist der Verdienst der Beschäftigten dort (wenn beispielsweise eine Spielbank ein Restaurant oder Café mit anbietet) nicht an der Glücksspielbranche orientiert, sondern an dem allgemeinen gastronomischen Bereich.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Anteil der Glücksspiele, die online angeboten werden, stetig wächst. (#04)

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Anteil der Glücksspiele, die online angeboten werden, stetig wächst. (#04)

Wachsende Online-Beteiligung der Glücksspiele

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Anteil der Glücksspiele, die online angeboten werden, stetig wächst. Hier ist es gerade die junge Bevölkerung, die ein zunehmendes Interesse am Glücksspiel zeigt und die Online-Wettanbieter nutzt. Der Trend der Digitalisierung setzt sich bereit seit Ende der 1990er Jahre mehr und mehr durch: Waren es anfangs nur Lotterien, die sich im Internet vorstellten und Lose annahmen, sind es heute nahezu alle Glücksspiele, die auch in der Spielhalle und im Kasino gespielt werden, die online möglich sind.

Gerade der nicht-regulierte Markt profitiert davon, denn hier ist die Nachfrage besonders hoch. Der Gesetzgeber hat auf diese Art des Glücksspiels nicht in jedem Fall Einfluss, denn auch wenn die Europäischen Gesetze immer weiter verschärft werden, gibt es doch weltweit rund 12.000 Anbieter von Online-Glücksspielen. Sie alle unter Kontrolle zu bekommen, dürfte ein unmögliches Vorhaben sein. Zudem stellt sich die berechtigte Frage, wie ernsthaft der Staat oder die Länder versuchen, eine Regulierung des Marktes durchzusetzen.

Immerhin spült das Glücksspiel jede Menge Geld in die Kassen und lässt die Arbeitslosigkeit weiter sinken. Die Einnahmen aus dem nicht-regulierten Markt lagen in 2015 bei 243 Millionen Euro, wobei hier nur die Sportwetten berücksichtigt sind. Wobei anzumerken ist, dass der Anteil der Glücksspiele noch deutlich höher liegt als der Anteil der Sportwetten.

Eine neue Tendenz ist nicht zu erwarten, weder bei der Anzahl der Spieler noch bei den Einnahmen, eher im Gegenteil. Durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, werden immer mehr Spieler ihr Glück im Netz versuchen und davon profitieren, dass es Schlupflöcher des offiziell regulierten Marktes gibt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: olgaru79 -#01: wavebreakmedia  -#02: BLACKDAY -#03 : wavebreakmedia  -#04: _welcomia

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Leave A Reply