Löhne + Gehälter: Frankreich!

Löhne und Gehälter in Frankreich sind für alle Arbeitnehmer interessant, die mit dem Gedanken spielen, im Land der Leidenschaft zu arbeiten. Dieser Wunsch kann viele Gründe haben: Neben der Kultur und der Landschaft, die hier geboten wird, ist die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, im Berufsleben besonders wichtig.

Bei der Beurteilung einer Stelle ist es natürlich wichtig zu wissen, welche Löhne und Gehälter in Frankreich üblich sind.

Löhne und Gehälter in Frankreich unter der Lupe

Wie in Deutschland gibt es in Frankreich einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Franzosen sind hier allerdings wesentlich fortschrittlicher, denn dieser wird bereits seit 1950 gezahlt. Anders als bei uns bezieht sich der Mindestlohn auf ein Monatseinkommen und nicht auf den Stundenlohn. Aktuell liegt der Betrag bei 1.460 Euro pro Monat.

Hohe Löhne und Gehälter in Frankreich sind vor allem in der Industrie und auch im Bauwesen zu finden. Rund 35.000 Euro erhalten Arbeitnehmer hier. Geringer ist das Jahreseinkommen dagegen im Großhandel. Hier liegt es bei rund 31.000 Euro.

Das Durchschnittseinkommen der Franzosen variiert dabei, wie überall, abhängig von der Branche und Region.

Hinweis: Ein besonders hohes Durchschnittseinkommen zeigt sich vor allem in den Großstädten und an der Mittelmeerküste. Weniger hoch sollten die Erwartungen sein, wenn sich Arbeitnehmer im Landesinneren bewerben.

Wie in Deutschland gibt es in Frankreich einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Franzosen sind hier allerdings wesentlich fortschrittlicher, denn dieser wird bereits seit 1950 gezahlt.

Wie in Deutschland gibt es in Frankreich einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Franzosen sind hier allerdings wesentlich fortschrittlicher, denn dieser wird bereits seit 1950 gezahlt.(#01)

Arbeiten im Vertrieb: Diese Löhne und Gehälter sind üblich

Interessenten sollten wissen, dass der Vertrieb aktuell durch die wirtschaftliche Lage stark belastet ist. Das heißt, Gehaltsanpassungen nach oben werden nicht jährlich vorgenommen. Im Vertrieb besteht jedoch die Option, durch den variablen Teil, nämlich der Provision, einen Ausgleich zu schaffen.

Um für Arbeitnehmer attraktiv zu werden, setzen viele Unternehmen im Vertrieb nicht auf ein hohes Gehalt, sondern auf geldwerte Vorteile. Diese sind durchaus interessant für den Arbeitnehmer.

Wer im Vertrieb einsteigen möchte, sollte seine Bruttogehaltforderung auch an seine Berufserfahrung knüpfen. Wer wenigstens fünf Jahre im Job aufweisen kann, für den sind 30.000 bis 45.000 Euro pro Jahr realistisch. Diese Angaben beziehen sich auf eine Anstellung im Großstadtraum.

Löhne und Gehälter in Frankreich für Ingenieure

In Frankreich sind Ingenieure gefragt. Der Mangel an Fachkräften ist hoch. Die Gehaltszahlungen halten sich dagegen in Grenzen, da auch in diesem Bereich der wirtschaftliche Einbruch zu spüren ist. Gut bezahlt werden Ingenieure, die in der Pharmabranche oder der Aeronautik arbeiten.

Der große Bedarf an Spezialisten ist jedoch für alle mit einem sehr guten Kompetenzbackground eine exzellente Grundlage für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Wer also mit besonderem und gefragtem Know-How aufwarten kann, der erzielt hier in der Regel auch ein überdurchschnittliches Gehalt. In Ballungszentren kann mit einem Durchschnitt von bis zu 60.000 Euro jährlich gerechnet werden.

In Frankreich sind Ingenieure gefragt. Der Mangel an Fachkräften ist hoch.

In Frankreich sind Ingenieure gefragt. Der Mangel an Fachkräften ist hoch.(#02)

Löhne und Gehälter in Frankreich: Die Abgaben

Das Sozialversicherungssystem in Frankreich ist mit Deutschland zu vergleichen. Getragen wird es durch Beiträge, die in Teilen durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer zu entrichten sind.

Frankreich hat folgenden Sozialversicherungen:

  • Altersvorsorge
  • Schutz oder die Unterstützung bei Krankheiten und Invalidität
  • Eine eigene Versicherung für Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle.
  • Arbeitslosengeld: Einen Anspruch hat ein Arbeitnehmer, wenn er einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wenigstens sechs Monate nachgegangen ist.

Wichtig: Es gibt einen deutlichen Unterschied zur deutschen Krankenversicherung. Während die Kosten hier in den meisten Bereichen vollständig übernommen werden, ist dies in Frankreich nicht der Fall. Kommt es zu einer Behandlung oder werden Medikamente benötigt, übernimmt die Krankenkasse lediglich Kosten in Höhe von 60 %. Die restlichen Kosten müssen durch den Versicherten selbst getragen werden.

Löhne und Gehälter in Frankreich: Die Höhe der Sozialabgaben

Löhne und Gehälter in Frankreich haben ebenfalls eine Spanne zwischen brutto und netto. Einen großen Einfluss haben dabei die Sozialabgaben. Diese werden direkt vom Bruttogehalt einbehalten. Dazu gehören:

  1. Contribution au remboursement de la dette sociale
    Die Abkürzung für diese Sozialabgabe ist CRDS. Es handelt sich dabei um einen Beitrag, der gezahlt werden muss, um die Abzahlung der Sozialschulden zu unterstützen. Das Sozialversicherungssystem in Frankreich ist zwar gut aufgestellt, allerdings kann es die Kosten nicht selbst tragen. Daher haben sich Schulden gebildet, die durch einen separaten Beitrag abgezahlt werden müssen.
  1. Contribution sociale généralisée
    Die CSG ist der allgemeine Solidaritätsbeitrag, mit dem ein staatlicher Versicherungsschutz für die Bürger unterstützt wird. Enthalten in diesem Schutz sind beispielsweise Zulagen für Familien sowie Beiträge für die Altersvorsorge.
  1. Die Krankenversicherung
    Ein Teil des Sozialsystems ist auch die Krankenversicherung. Hier gibt es einige Unterschiede zum bekannten System, das in Deutschland geführt wird. Arbeitnehmer können sich nicht aussuche, welcher Krankenkasse sie zugeordnet werden. Vielmehr ist die Wahl der Berufsgruppe die Grundlage der Zugehörigkeit des einzelnen Arbeitnehmers zu einer bestimmten Kasse.

Daneben gibt es die Mutuelle, eine Krankenkasse in die alle Arbeitnehmer einzahlen. Eingezahlt wird also in beide Kassen ein. Auf diese Weise decken sie einen großen Teil der Kosten im Krankheitsfall. Die Abzüge von Lohn und Gehalt in Frankreich für die Krankenkassen sind jedoch gering. Sie liegen bei nur 0,75%. Der größte Teil, nämlich 12,8 %, wird vom Arbeitgeber getragen.

Wichtig: Arbeitnehmer haben oft noch weitere Sozialabgaben. Abhängig vom Arbeitgeber werden auch Abzüge für die Lebensversicherung, die Rentenversicherung und weitere Versicherungen abgeführt. Es handelt sich dabei um optionale Abgaben. Wer unsicher ist, was diese zu bedeuten haben, der kann bei seinem Arbeitgeber nachfragen.

Einen Einfluss auf den letztendlichen Netto-Lohn in Frankreich hat auch die Einkommenssteuer. Denn natürlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, Steuern abzuführen.

Einen Einfluss auf den letztendlichen Netto-Lohn in Frankreich hat auch die Einkommenssteuer. Denn natürlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, Steuern abzuführen.(#04)

Reduzierung der Löhne und Gehälter in Frankreich durch die Einkommenssteuer

Einen Einfluss auf den letztendlichen Netto-Lohn in Frankreich hat auch die Einkommenssteuer. Denn natürlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, Steuern abzuführen.

Wichtig: Die Steuern werden nicht automatisch monatlich vom Gehalt abgeführt. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu Deutschland. Einmal im Jahr erhalten Arbeitnehmer in Frankreich einen Einkommenssteuerbescheid. Sobald dieser ausgestellt wurde, muss die Einkommenssteuer gezahlt werden.

Die Höhe ist abhängig vom Gehalt. Allerdings unterliegt die Einkommenssteuer in Frankreich einem deutlich niedrigeren Prozentsatz, als in Deutschland.

Die Höhe aller Abzüge von Lohn und Gehalt, also Einkommenssteuer plus Sozialversicherungen, bewegt sich bei rund 20 %.

Video: Protest gegen Lohnunterschiede in Frankreich – null

Löhne und Gehälter in Frankreich sind nicht alle Entscheidungskriterien

Löhne und Gehälter in Frankreich sind nicht die einzige Entscheidungsbasis für Arbeitnehmer, die sich in diesem Land nach Arbeit umschauen. Ein wichtiges Kriterium ist die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt.

Tatsächlich ist die wirtschaftliche Lage in Frankreich als schwierig einzuschätzen. Die Arbeitslosenquote ist, mit einem Anteil von 10 %, sehr hoch. Für Fachkräfte ist trotz allem ein guter Markt vorhanden.

Der Fokus liegt dabei auf Kräften aus den folgenden Bereichen:

  • Lehrer
  • Kräfte in der Pflege
  • Erzieher
  • Ingenieure
  • Mitarbeiter im Service
  • Mitarbeiter im Verkauf
  • Mitarbeiter im Hotelgewerbe

Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Branchen, in denen Frankreich ein deutliches Wachstum verzeichnet. Dazu gehört beispielsweise die Umwelttechnik. Aber auch in der Landwirtschaft und der Bauwirtschaft ist die Tendenz steigend.

Wer benötigt eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Frankreich?

Wer als EU-Bürger in das Land reist, der braucht weder eine Aufenthalts- noch eine Arbeitsgenehmigung. Es gibt auch keine Einschränkung dazu, wie lange in Frankreich gearbeitet werden darf. Ein Arbeitnehmer, die sich jedoch entscheiden, dauerhaft in Frankreich zu bleiben, muss eine Sozialversicherungsnummer beantragen. Eine zusätzliche Steuernummer ist nicht notwendig.

Um die Sozialversicherungsnummer beantragen zu können, sind die folgenden Dokumente notwendig:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Gültiger Arbeitsvertrag
  • Vorlage einer Bankverbindung
  • Geburtsurkunde in einer beglaubigten Kopie
  • Nachweis über den Wohnsitz in Frankreich
  • Angaben zur letzten Krankenversicherung

Der Wohnsitz in Frankreich ist nicht unbedingt eine Voraussetzung. Es gibt auch Pendler, die weiter in Deutschland leben, jedoch einer Arbeit in Frankreich nachgehen.

Hinweis: Arbeitnehmer, die das Ziel haben, die französische Staatangehörigkeit anzunehmen, müssen dafür mindestens fünf Jahre zusammenhängend in Frankreich leben. Zudem dürfen sie während dieser Zeit keine Sozialleistungen erhalten haben.

Löhne und Gehälter in Frankreich haben ebenfalls eine Spanne zwischen brutto und netto. Einen großen Einfluss haben dabei die Sozialabgaben.

Löhne und Gehälter in Frankreich haben ebenfalls eine Spanne zwischen brutto und netto. Einen großen Einfluss haben dabei die Sozialabgaben.(#03)

Die Höhe der Lebenserhaltungskosten in Frankreich

Um Löhne und Gehälter in Frankreich konkret zu beurteilen, müssen natürlich in diesem Zusammenhang auch die Lebenserhaltungskosten betrachtet werden. Der hohe Mindestlohn täuscht, denn im Nachbarland sind die Lebenserhaltungskosten in einigen Regionen deutlich höher.

Im Landesinneren sind die Lebenserhaltungskosten durchaus mit denen in Deutschland vergleichbar. Soll es jedoch an die Küste oder in die Hauptstadt gehen, ist mit deutlich höheren Kosten zu rechnen. Vor allem Lebensmittel, wie Wurstwaren und frisches Fleisch, sind besonders teuer.

Wie erfolgt die Gehaltsauszahlung in Frankreich?

In Deutschland ist es üblich, dass das Gehalt per Überweisung auf das Konto des Arbeitnehmers geht. In Frankreich wird sehr häufig mit einem monatlichen Scheck gezahlt.

Diese Zahlungsweise ist bei einem Gehalt von bis zu 1.500 Euro pro Monat üblich. Liegt das Einkommen darüber, wird eine Bankverbindung gefordert. Die Zahlung erfolgt dann per Überweisung auf das angegebene Konto. Einige Unternehmen zahlen das Gehalt auch wöchentlich, das ist allerdings eher selten der Fall.

Gesetzliche Regelungen zu Arbeitszeiten und Urlaub in Frankreich

Die Angaben zu den Löhnen und Gehältern in Frankreich beziehen sich auf eine Vollzeit-Stelle. Hierbei handelt es sich um eine wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden. Diese Grundlage wird herangezogen, wenn es um Überstunden geht. Arbeitnehmer dürfen die wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden nicht überschreiten. Alle Überstunden werden entweder mit Freizeit ausgeglichen oder aber durch den Arbeitgeber ausgezahlt. Hier gibt es Unterschiede von Unternehmen zu Unternehmen.

Auch in Bezug auf die Arbeitspausen gibt es klare Regelungen. In Frankreich müssen Arbeitnehmer nach sechs Stunden Arbeit in die Pause gehen. Die Pause sollte eine Länge von wenigstens zwanzig Minuten haben. Allerdings stellen viele Arbeitgeber längere Pausen zur Verfügung. Ebenfalls eine gesetzliche Regelung gibt es dazu, wie viel freie Zeit zwischen zwei Arbeitstagen oder Schichten liegen muss. Regulär sind dies elf Stunden. Allerdings ist es in Frankreich so, dass einmal in der Woche eine Pause von wenigstens 35 Stunden gewährleistet werden muss.

Mit jedem vollen Arbeitsmonat sammelt der Arbeitnehmer in Frankreich Urlaubstage. Wie hoch dieser Anspruch ist, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen ab, die zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer getroffen werden. Ist ein Arbeitnehmer in einem Unternehmen tätig, in dem es eine 5-Tage-Woche gibt, erhält er normalerweise jährlich einen Urlaubsanspruch von 25 Tagen. Arbeitet der Arbeitnehmer dagegen sechs Tage die Woche, liegt der Anspruch bei 30 Urlaubstagen.

Geht ein Arbeitnehmer in die Elternzeit, werden keine Löhne und Gehälter in Frankreich gezahlt.

Geht ein Arbeitnehmer in die Elternzeit, werden keine Löhne und Gehälter in Frankreich gezahlt.(#05)

Löhne und Gehälter in Frankreich während der Erziehungszeit

Geht ein Arbeitnehmer in die Elternzeit, werden keine Löhne und Gehälter in Frankreich gezahlt. Wer seit einem Jahr oder länger in einem Unternehmen arbeitet, der hat einen Anspruch auf bis zu drei Jahre Elternzeit.

Allerdings bleiben die Arbeitnehmer in dieser Zeit nicht im Unternehmen. Stattdessen erfolgt eine Auflösung des Arbeitsvertrages. Wenn die Elternzeit beendet ist, müssen die Unternehmen die Mitarbeiter jedoch wieder einstellen. Aufgrund der fehlenden finanziellen Unterstützung in Frankreich kann nicht immer die volle Elternzeit in Anspruch genommen werden.

Wichtig: Es gibt auch in Frankreich einen Mutterschutz. Dieser beträgt wenigstens 16 Wochen. Acht Wochen müssen vor und acht Wochen nach der Geburt in Anspruch genommen werden.

Fazit: Löhne und Gehälter in Frankreich unterscheiden sich nicht stark von Deutschland

Wer darüber nachdenkt, nach Frankreich zu gehen in der Hoffnung auf ein höheres Gehalt, der stellt schnell fest, dass das Gehaltsniveau im Nachbarland gar nicht so hoch ist. Tatsächlich sind die Unterschiede zu Deutschland eher als gering einzustufen. Gerade Fachkräfte werden in Frankreich jedoch gesucht. Möchte ein Unternehmen einen Arbeitnehmer einstellen oder auch halten, ist es möglich, dass es Sonderzahlungen und weitere Vorteile gibt, die durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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