Die Arbeit von Detektiven: Wie kommt man zu diesem Beruf?

Detektiv werden, das klingt spannend und übt auf junge Leute einen gewissen Reiz aus. Doch wie sieht es im Detail mit der Ausbildung und dem Gehalt aus?

Die Entwicklung der Detektiv-Branche

Detektive sind in vielen Bereichen gefragt, doch was hat es genau mit diesem Beruf auf sich? Wie steigt man in die Branche ein? Die Chancen scheinen gut zu stehen, denn gerade in den Wirtschaftsdetekteien ist viel zu tun. Laut Statistik ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig angestellten Detektive im Zeitraum von 1999 bis 2007 um über die Hälfte angestiegen.

Bei den selbständig tätigen Detektiven sehen die Zahlen ebenfalls erfolgversprechend aus. Rund 1600 Privatdetektive sind zurzeit in Deutschland als gewerbetreibende Ermittler eingetragen. Die Zeichen stehen also auf Erfolg, sodass das Konzept der Privat- und Wirtschaftsdetekteien aufgeht. Immer häufiger kommen Privatleute und Unternehmer auf die Detekteien zu, um einem Verdacht nachzugehen. Teilweise stehen private Probleme wie Ehekrisen dahinter, in anderen Fällen kann es um wirtschaftlichen Betrug gehen.

Die Informationen, die von den Detektiven beschafft werden, sind oft die Grundlage für einen gerichtlichen Prozess. Manchmal wird auch eine außergerichtliche Einigung angestrebt, doch auch hierfür müssen die entsprechenden Beweise und Recherche-Ergebnisse vorliegen.

Typische Arbeiten von Detektiven sind die Observation und die Befragung von Zeugen. (#01)

Typische Arbeiten von Detektiven sind die Observation und die Befragung von Zeugen. (#01)

Der Einstieg in die Detektivarbeit

Typische Arbeiten von Detektiven sind die Observation und die Befragung von Zeugen. Auch das Durcharbeiten von Akten und die zeitraubende Recherche bei den Recherchen nimmt einen Großteil der detektivischen Aufgaben ein. Abhängig von dem Anfangsverdacht auch mit der Polizei zusammengearbeitet werden. Das ist vor allem bei den etablierten Detekteien der Fall, die sich im gesetzlich zulässigen Bereich bewegen und bereits viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt haben.

Es gibt mehrere Möglichkeiten für die frisch ausgebildeten Detektive:

  • Sie können eine eigene Detektei gründen,
  • sie können zunächst als Angestellte in einer größeren Privat- oder Wirtschaftsdetektei arbeiten,
  • sie suchen eine Anstellung bei der Wach- und Schließgesellschaft,
  • sie arbeiten beim Objektschutz oder als direkte Sicherheitsangestellte eines Unternehmens.

Wie man sich als Detektiv bewirbt

Wer sich zunächst für eine Anstellung bewerben möchte, der sollte im Anschluss an seine detektivische Ausbildung eine Bewerbungsmappe zusammenstellen. Inzwischen hat sich auch die Online-Bewerbung bewährt. In diesem Fall muss man die nötigen Unterlagen einscannen und der Mail-Bewerbung beifügen

Bei großen, renommierten Adressen wie der Lentz Detektei können die noch unerfahrenen Detektive viele Erfahrungen sammeln. Zuerst aber muss die Bewerbung akzeptiert werden. Dafür ist eine intensive Vorbereitung nötig, denn nicht nur die Unterlagen mit Lebenslauf und Referenzen spielen eine Rolle. Unter anderem ist es nützlich, sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Schon bei der Bewerbung bekommen die frisch gebackenen Detektive einen gewissen Vorgeschmack ihrer Arbeit, denn es lohnt sich, die Details über die Detekteien zu recherchieren und dabei nicht nur an der Oberfläche zu bleiben. Hier kann sich bereits zeigen, wie ambitioniert die Bewerber sind.

Video: Wie werde ich Detektiv? Ausbildung | Voraussetzungen | Ausrüstung | Verdienst

Wie man eine gute Detektei findet

Wer sich für die Bewerbung bei einer Detektei entscheidet, der findet in den Gelben Seiten die regionalen Detekteien oder auch Wach- und Schließgesellschaften. Um sich persönlich einen Eindruck zu machen und natürlich, um selbst positiv wahrgenommen zu werden, kann es hilfreich sein, seine Bewerbungsunterlagen direkt in der Detektei abzugeben. Möglicherweise kommt es hier schon zu einem ersten Kontakt mit dem potenziellen Arbeitgeber. Ein selbstbewusstes Auftreten kann hier ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Bewerbern sein.

Stellenangebote von Detekteien sind kaum zu finden. Stattdessen gelangen die interessierten Detektive häufig über Empfehlungen zu den entsprechenden Stellen. Auch ein Netzwerk kann bei der Kontaktaufnahme helfen.

Es muss aber nicht immer die klassische Detektei sein, denn es gibt noch viele weitere Optionen:

  • Waren- und Kaufhäuser suchen oft spezialisierte Kaufhausdetektive,
  • geprüfte Wirtschaftsdetektive werden teilweise von Unternehmen angestellt,
  • Privatdetektive können auch im Einzelhandel tätig werden.

Wissenswertes zum Gehalt von Detektiven

Über die Gehaltsstruktur der Detektive lässt sich schwer eine pauschale Aussage treffen. Das hängt damit zusammen, dass in dieser Branche kein festgelegter Tarif gilt. Es steht also keine Basis zur Verfügung, die ein bestimmtes Mindestgehalt vorschreibt. Dadurch, dass zahlreiche Detektive selbständig tätig sind, ist die sozialversicherungspflichtige Anstellung nicht so häufig zu finden. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass der Verdienst so schwer zu kalkulieren ist.

Von den selbständigen Detektiven wird ein Honorar berechnet, das sich jedoch nicht immer eindeutig abschätzen lässt. Abhängig von der Erfahrung und dem vorhandenen Netzwerk können die Stundensätze etwas höher oder niedriger ausfallen. Meistens erhalten die Auftraggeber vor Abschluss des Vertrags eine Information zum Stundensatz. In anderen Fällen kann eine Pauschale ausgehandelt werden, die für einen festgelegten Zeitraum oder die Erfüllung einer bestimmten Aufgabe gilt. Als Durchschnitt wird zumeist ein Stundensatz zwischen 60 und 90 Euro veranschlagt.

Der Begriff des Privatdetektivs ist zwar nicht geschützt, doch es gibt eine spezielle Fachausbildung für diesen Beruf. (#02)

Der Begriff des Privatdetektivs ist zwar nicht geschützt, doch es gibt eine spezielle Fachausbildung für dieDer Begriff des Privatdetektivs ist zwar nicht geschützt, doch es gibt eine spezielle Fachausbildung für diesen Beruf. (#02)n Beruf. (#02)

Die Berufsausbildung zum Detektiv

Der Begriff des Privatdetektivs ist zwar nicht geschützt, doch es gibt eine spezielle Fachausbildung für diesen Beruf. Dabei handelt es sich um eine schulische Ausbildung, die bei den folgenden Stellen stattfinden kann:

  • Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD),
  • Industrie- und Handelskammer (IHK)m
  • private Bildungsträger.

Bei der ZAD muss man mit Ausbildungskosten von etwa 3.500 Euro rechnen. Der Abschluss wird durch die IHK anerkannt. Typischerweise wird die Ausbildung in Form von Fernunterricht und Direktkurse durchgeführt. Als Kombi-Kurs nimmt die Berufsausbildung 22 Monate in Anspruch, außerdem gibt es den Intensivkurs, der zehn Monate dauert.

Details zur detektivischen Ausbildung

Für den Beruf des Detektivs gibt es keine einheitlichen Bestimmungen, denn hier greift weder das Berufsbildungsgesetz noch die Handwerksverordnung greift. Ohne eine festgelegte Regelung der Ausbildungsdauer und dem genauen Inhalt kann es daher Unterschiede bei den Bildungsträgern geben. Abhängig davon, ob man sich für eine Teilzeit- oder Vollzeitausbildung zum Detektiv entscheidet, liegt die Ausbildungsdauer bei mindestens zwei Monaten und maximal zwei Jahren.

Anders als vielleicht einige Interessenten glauben, gehören aufregende Schießübungen oder Nahkampftraining nicht zur Berufsausbildung. Die zukünftigen Detektive können aber selbst ihre körperliche Fitness trainieren, um besser auf brenzlige Situationen vorbereitet zu sein.
Eine Ausbildungsvergütung wie bei vielen anderen Berufen gibt es nicht, da es sich grundsätzlich um eine schulische Ausbildungsform handelt. Lediglich bei der Absolvierung eines Praktikums ist eine Vergütung üblich.

Video: Verband Detektiv-Ausbildung

Verschiedene Arten der Detektiv-Ausbildung

Abhängig vom den Spezialbereich kann es bei den Berufsausbildungen der Detektive gewisse Unterschiede geben. So lernt ein Privat- oder Kaufhausdetektiv andere Dinge als ein Angestellter im Objekt- oder Personenschutz. Die verschiedenen Inhalte der spezifischen Ausbildungen sollen die Betroffenen auf bestimmte Aufgaben vorbereiten. Auch die Abschlussprüfungen orientieren sich an dem jeweiligen Bereich. In der Folge dürfen die Detektive nach der erfolgreichen Prüfung auch nur den entsprechenden Begriff verwenden und sich beispielsweise als Privatdetektiv, Wirtschaftsdetektiv oder Personenschützer vorstellen.

Durch eine ähnliche Ausbildung, die bereits im Voraus absolviert wurde, können sich die Detektive auf einen bestimmten Einsatzbereich konzentrieren. Zudem ist es nützlich, praktische Berufserfahrung zu sammeln und sich mit weiteren Themen wie Sicherheitstechnik zu befassen.

Wichtige Voraussetzungen, um als Detektiv zu arbeiten

In einer Sicherheitsfirma oder Detektei muss oft zusätzlich zu den Bewerbungsunterlagen das polizeiliche Führungszeugnis überreicht werden. Mit anderen Worten: Ein Detektiv sollte selbst einen einwandfreien Ruf und keine kriminelle Vergangenheit haben.
Neben den Feinheiten beim Ermitteln und Observieren geht es um das Verständnis der technischen Hilfsmittel. Diese müssen von den Detektiven ohne Probleme sicher bedient werden können. Häufig handelt es sich um bewährte Gerätschaften, doch auch die moderne digitale Technik darf nicht zu Unsicherheit führen.

Die Voraussetzungen für gute Detektivarbeit basieren teilweise auf früheren Erfahrungen, die man beispielsweise bei der Polizei oder im Objektschutz gemacht hat. Damit haben die jungen Detektive bereits eine hervorragende Grundlage, um ihre Kenntnisse zu erweitern. Gerade bei den Berufseinsteigern kommt es außerdem auf das Durchhaltevermögen an, gleichgültig, ob man eine eigene Detektei gründet oder als angestellter Detektiv arbeitet.

Die typischen Fälle, mit denen ein Detektiv beauftragt wird, sind Versicherungsbetrug, Diebstahl und Betriebsspionage. (#03)

Die typischen Fälle, mit denen ein Detektiv beauftragt wird, sind Versicherungsbetrug, Diebstahl und Betriebsspionage. (#03)

Vom Filmklischee zur Realität: Wie Detektivarbeit aussieht

Detektive benötigen viel Geduld, ein gutes Auge und eine gewisse Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Darum stellen die Detekteien vorzugsweise Personen ein, die mindestens Mitte zwanzig sind. Ruhe und Diskretion sind extrem wichtig, sei es bei Befragungen oder bei verdeckten Ermittlungen.

Verfolgungsjagden sind eher selten, stattdessen ist oft reine Fleißarbeit bei der Recherche gefragt. Oft verbringen die Detektive fast mehr Zeit am Schreibtisch und im Gespräch mit Anwälten als bei anderen, aufregenderen Tätigkeiten wie Observationen.

Die typischen Fälle, mit denen ein Detektiv beauftragt wird, sind Versicherungsbetrug, Diebstahl und Betriebsspionage. Auch der klassische Fall der vermeintlich betrogenen Ehepartner kommt nicht so oft vor, wie man glaubt. Letztendlich geht es bei den meisten Detektivaufträgen um Macht und Geld, allerdings nicht unbedingt im großen Rahmen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Andrey_Popov -#01:  Andrey_Popov  _-#02: Kinga-#03: Jacob Lund

Share.

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

Comments are closed.