Weniger Arbeitsunfälle am Bau
Über 11.000 Absturzunfälle und mehr als 21.500 Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle geschahen 2007 auf Deutschlands Baustellen. Das sind nahezu 27 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Betroffene Berufsgruppen sind vor allem Maurer, Dachdecker, Maler- und Lackierer, Zimmerer, Gebäudereiniger und Gerüstbauer. "Ein Schwerpunkt unserer Anstrengungen liegt daher in der Präventionsarbeit gegen Absturzunfälle", sagte Jutta Vestring, Mitglied der Geschäftsführung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Doch insgesamt seien die Unfallzahlen rückläufig. Die tödlichen Unfälle gingen im Halbjahresvergleich 2007 auf 2008 sogar um 40 Prozent zurück.
Fast 6.000 der Absturzunfälle geschahen beim Hinbewegen zum Arbeitsplatz oder wenn er verlassen wird, zum Beispiel beim Betreten von Gerüsten, und nicht bei der eigentlichen Tätigkeit selbst. Weitere häufige Unfallursachen sind der Kontrollverlust über Maschinen und Werkzeuge. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Im Jahr 2007 ereigneten sich in der Bauwirtschaft insgesamt 6.650 Arbeitsunfälle weniger als im Vorjahr und fast 191.000 weniger als vor zehn Jahren, so die BG BAU. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist 2007 um 4 auf 137 Fälle zurückgegangen. Vor zehn Jahren, 1998, waren noch 256 Todesopfer zu beklagen.
Auch im ersten Halbjahr 2008 ist die Zahl der Arbeitsunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter gesunken. Das belegen die vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaft. In der Bauwirtschaft wurde mit rund 56.200 Arbeitsunfällen eine Abnahme von fast 500 Unfällen gemeldet. Rückläufig waren auch die tödlichen Arbeitsunfälle, von 75 im ersten Halbjahr 2007 auf 45 Unfälle im gleichen Zeitraum 2008, eine Abnahme um 40 Prozent.
Der Grund für den langfristig rückläufigen Trend der Unfallzahlen, so Vestring, "sind überwiegend die vielen Initiativen der Prävention." Konjunkturelle Einflüsse spielen bei den Unfallzahlen zwar eine Rolle. Doch die Quote der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter ist eine konjunkturbereinigte Abbildung des Unfallgeschehens. Diese Quote ist 2007 gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 66,6 Fälle gesunken. Im Zehnjahresvergleich ging die Quote sogar um über 32 Prozent zurück.
Besonders auf Zielgruppen bezogene Maßnahmen wirkten sich langfristig positiv aus. Beispiele sind ständige Schulungen und Kampagnen, wie die Aktion "Köpfchen statt Birne" für Sicherheit im Abbruchgewerbe oder die laufende Aktion "GutGerüstet" im Gerüstbaugewerbe. Gerade hier ereignen sich immer wieder schwere und tödliche Absturzunfälle. "Starke präventive Wirkung haben die Baustellenbesuche der Technischen Aufsichtspersonen der BG BAU, die unsere Mitgliedsunternehmen beraten", sagte Vestring. Weit über 200.000 Beratungen waren es allein im Jahr 2007.
Mit ihrer Präventionsarbeit möchte die BG BAU dafür sorgen, dass möglichst keine Unfälle bei der Arbeit geschehen. Denn schwere Arbeitsunfälle bringen immer Leid für die Betroffenen und häufig finanzielle Probleme mit sich. Deshalb kommt die BG BAU im Leistungsfall für Heilbehandlungen, medizinische und berufliche Rehabilitations- und Pflegekosten auf. Nach Ablauf der Lohnfortzahlung zahlt die BG BAU Verletztengeld und ab einer Erwerbsminderung von mindestens 20 Prozent eine Rente.
Quelle: Pressemeldung BG BAU - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
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