Tarifverdienste Juli 2009: + 3,0% gegenüber Vorjahresmonat

28.10.2009 | Wiesbaden
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zwischen Juli 2008 und Juli 2009 um durchschnittlich 3,0%. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise sanken im selben Zeitraum um 0,5%.

Allerdings profitieren aufgrund von Kurzarbeit, der Kürzung von Sonderzahlungen, aber auch der vorübergehenden Aussetzung von Tarifsteigerungen durch Öffnungsklauseln nicht alle Tarifbeschäftigten in vollem Umfang von den vereinbarten Tariferhöhungen.

Im Produzierenden Gewerbe erhöhten sich die durchschnittlichen Tarifverdienste um 3,5%. Dies ist unter anderem auf vergleichsweise hohe Tarifabschlüsse in der Chemischen Industrie (+ 3,4%) und in der Metallindustrie (jeweils 2,1% zum 1. Februar und 1. Mai 2009) zurückzuführen. Im Dienstleistungsbereich stiegen die Tarifverdienste um 2,6%. Dieser Bereich umfasst neben den überwiegend von Privatunternehmen angebotenen Dienstleistungen, wie Handel, Versicherungen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften sowie Telekommunikation, auch die öffentliche Verwaltung. Die Spannbreite der durchschnittlichen Tariferhöhungen reicht dabei von 0,9% im Handel bis 3,1% in der Öffentlichen Verwaltung.

Der Anstieg der Tarifverdienste in der Öffentlichen Verwaltung geht auf die Tariferhöhungen bei Bund und Gemeinden (TVöD) zum 1. Januar 2009 (+ 2,8%) und bei den Ländern (TV-L) zum 1. März 2009 (+ 3,0%) sowie auf die gleichzeitig in den neuen Ländern erfolgte Anpassung der Verdienste an das Westniveau zurück. Da die Tarifverträge auch außerhalb der Öffentlichen Verwaltung Anwendung finden, haben diese Erhöhungen zugleich Auswirkungen auf die Entwicklung der Tarifindizes anderer Wirtschaftsbereiche, wie beispielsweise Verkehr und Lagerei sowie Energie und Wasserversorgung.

Der Tarifindex für Juli 2009 berücksichtigt auch Tariferhöhungen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt wirksam wurden und in vorherigen Indexberechnungen noch nicht eingegangen sind, wie beispielsweise in der Zeitarbeitsbranche.

Quelle: Pressemeldung Statistisches Bundesamt

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