Regionale Konjunkturlokomotive Bau

15.01.2009 | Mainz
Das von der Bundesregierung aufgelegte Konjunkturprogramm "Pakt für Deutschland" eröffnet gute Chancen in Mainz und Rheinhessen, Infrastruktur wieder "auf Vordermann zu bringen", so die Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der Handwerkskammer Rheinhessen.

Günther Tartter und Dr. Michael E. Coridaß appellieren gemeinsam an die Kommunalverwaltungen, zügig zusätzliche Baumaßnahmen bei öffentlichen Gebäuden wie auch bei Straßen und Plätzen in Gang zu bringen. "So kann auch in der Region der Bau zur Konjunkturlokomotive werden" betonen die Kammervertreter. Immerhin gehe es um ein Auftragsvolumen von 625 Millionen Euro in ganz Rheinland-Pfalz, wovon sich Mainz alleine 30 Millionen verspreche.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sei beim Modernisieren, Energiesparen und Sanieren wie auch beim Neubau die mittelständische Struktur von Handwerksbetrieben und Architekturbüros wirksam zu berücksichtigen. Nicht alleine die Quantität der Aufträge sei daher ausschlaggebend, sondern es müsse auch die Qualität und das Timing der Auftragsvergabe intelligent gestaltet werden. Mit der Konjunkturbelebung könne so auch ein Beitrag für Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei Energie erzielt werden. So fordern die Kammern die Einschaltung von freiberuflichen Architekturbüros bei der Planung und Bauleitung wie auch eine Aufteilung in Fachlose bei der Ausführung. Nur so könne ein breiter Beschäftigungseffekt in Architekturbüros und Handwerksbetrieben erreicht werden und der Pakt für Deutschland, ein "Pakt für die Region" werden.

Im Schulbau sind Sanierungen der oft aus den 60er Jahren stammenden Gebäude energetisch, bautechnisch aber auch zur Anpassung an geänderte Schulkonzepte dringend erforderlich. So stehen in Mainz die Grundsanierungen für die beruflichen Schulen auf dem Hartenberg einschließlich der Neubau einer Sporthalle an. Erweiterungen an anderen Schulen für die Ganztagsbetreuung, für Mensen und Sport sind ebenfalls in der Diskussion. Diese Zukunftsinvestitionen sind "Ausgaben für die nachfolgenden Generationen". Bei Bauten für Kinder dürften Billigangebote nicht der Lösungsweg sein. Auch für denkmalgeschützte Gebäude wie Schloss und Rathaus eröffnen sich zeitnahe Sanierungsmöglichkeiten.

Nach Ansicht der Kammern sind zusätzliche öffentliche Investitionen nur ein Impuls. Um mehr Stetigkeit und anhaltende Effekte zu erreichen, müssen auch Investitionen bei privaten Immobilien angestoßen werden. Hier liegen vielfach Maßnahmen "auf Eis", obwohl trotz Finanzkrise viele Menschen ausreichend Rücklagen für Modernisierung der eigenen Wohnungen besitzen. 80 % des Gebäudebestandes, so übereinstimmende Schätzungen, genügen den aktuellen Wärmeschutzanforderungen nicht. Mehr Barrierefreiheit dient nicht nur älteren Menschen, sondern bieten mehr Komfort und Bequemlichkeit für alle. Barrierefreie Wohnungen fehlen in den Innenstädten wie auch im ländlichen Raum.

Die Kammern sehen die Notwendigkeit, dieses private Investitionspotential durch vereinfachte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten und einfachere Fördermaßnahmen kurzfristig zu aktivieren.

Quelle: Pressemeldung Architektenkammer Rheinland-Pfalz

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