Nocado: Geschäftsführung schlägt IG Metall Mediation vor
Im Streit mit der IG Metall um den künftigen Kurs des niedersächsischen Armaturenherstellers Nocado GmbH & Co. KG unternimmt die Geschäftsführung einen Vorstoß zur Güte, um so zu einer einvernehmlichen und vor allem friedlichen Lösung zu gelangen: Die Geschäftsführung des weltweit operierenden Herstellers von Armaturen für die Lebensmittel-, chemische und pharmazeutische Industrie schlägt der IG Metall und dem Betriebsrat eine Mediation vor. Mediator soll der bekannte und bei den Arbeitgebern und den Gewerkschaften anerkannte Direktor des Arbeitsgerichts Pforzheim, Hans Weischedel, sein. Der Streit mit der IG Metall war im Frühjahr eskaliert, als Unbekannte in der Nacht vor einer von der Gewerkschaft bei Nocado organisierten Demonstration einen Säure- Anschlag auf den Betriebsleiter des Werkes im ostfriesischen Großefehn verübten. "Der Säure-Anschlag auf unseren Betriebsleiter im Frühjahr dieses Jahres belastet uns noch heute", sagt Frank Lohrer, geschäftsführender Gesellschafter von Nocado. "Eine solch brutale Gewalt hätte ich nicht für möglich gehalten", stellt Andrea Gretz, ebenfalls geschäftsführende Gesellschafterin von Nocado, klar. Lohrer und Gretz bedauern noch immer die Reaktion des Betriebsrats auf den Säureanschlag. "Zwar liegt ein offener Brief des Betriebsrats an das Opfer vor, in dem der Säureanschlag verurteilt wird, zugleich wird in diesem offenen Brief jedoch dem Opfer mit rechtlichen Schritten gedroht, weil dieser angedeutet haben soll, dass Nocado- Mitarbeiter diesen Anschlag verübt haben könnten", so Gretz. "Die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden sind nach unseren Informationen noch nicht abgeschlossen", so Lohrer, "es ist allerdings weiterhin nicht auszuschließen, dass das Attentat im Zusammenhang mit dem eskalierten Streit steht, da sich der Betriebsleiter auf die Seite der Geschäftsführung gestellt hatte." "Mit unserem Angebot der Mediation wollen wir Bewegung in die verhärtete Situation bringen", betont Lohrer. "Im Rahmen dieser Mediation soll "alles auf den Tisch kommen". Wir hoffen, dass nach Abschluss der Mediation die gegenseitigen Vorwürfe beseitigt sind. Wir fordern die IG Metall und den Betriebsrat auf, so schnell wie möglich die Mediation aufzunehmen. Wir sind zuversichtlich, dass nach Erörterung aller Meinungsverschiedenheiten und Probleme gemeinsam Ergebnisse erzielt werden. Die Sicherung der Arbeitsplätze und damit das Wohl der Belegschaft sind für uns ausschlaggebend", so Lohrer und Gretz. Im Sommer 2004 hatten Lohrer und Gretz die Mehrheit und das Management der seinerzeit in wirtschaftlicher Schieflage befindlichen Nocado-Gruppe übernommen. Durch die seitdem eingeleitete Sanierung sowie mittels eines erneuten Kapitaleinschusses der Altgesellschafter konnten bereits knapp 8 Million Euro Altschulden abgebaut werden. "Dadurch haben wir bis heute 165 Arbeitsplätze am strukturschwachen ostfriesischen Standort Großefehn gesichert. Hinzu kommen die Arbeitsplätze in den übrigen Gruppengesellschaften sowie bei unseren Unterlieferanten. Das sind doch Fakten, die auch die IG Metall positiv bewerten muss", so die Geschäftsführung. "Wir setzen auf die Kraft eines neutralen und unabhängigen Dritten und hoffen, so zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Lassen Sie uns so schnell wie möglich die Mediation aufnehmen" - appellieren Lohrer und Gretz.
Quelle: Pressemeldung german communications dbk ag
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