Kienbaum-Studie zur Vergütung von leitenden Angestellten in Banken

16.12.2009 | Gummersbach
Gehälter von Bankmanagern steigen um 2,7 Prozent

Für Führungskräfte im Bankgewerbe stieg die Vergütung zwischen Juli 2008 und Juli 2009 um durchschnittlich 2,7 Prozent. Während 2007 die Gehaltssteigerungen bei privaten Geschäftsbanken und Spezialbanken mit 3,8 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent vergleichsweise hoch waren, zahlten die Banken in diesem Jahr lediglich 2,1 Prozent mehr. Mit 4,1 Prozent hoben die überdurchschnittlich ertragsstarken Institute die Gehälter deutlich an. Bei einigen größeren und besonders von der Finanzmarktkrise betroffenen Banken wurden Gehaltserhöhungen ganz ausgesetzt. "Die schwierige Situation der Branche einerseits und zurückgehende Inflationsraten andererseits haben zu einer stärkeren Zurückhaltung bei den Anpassungen der Festgehälter geführt", sagt Martin von Hören, Vergütungsexperte von Kienbaum. Das ergab die Vergütungsstudie "Leitende Angestellte in Banken" der Managementberatung Kienbaum. Hierzu wurden Daten zu 1.705 Positionsinhabern von 95 Kreditinstituten ausgewertet.

Das Spektrum der Managementbezüge reicht auf der Führungsebene unmittelbar unterhalb des Vorstands einer Bank von weniger als 50.000 Euro bis zu Gehältern, die die Schwelle von 200.000 Euro deutlich überschreiten: Knapp ein Drittel der Führungskräfte auf erster Ebene verdient bis zu 90.000 Euro im Jahr. Bei 36 Prozent betragen die Jahresgesamtbezüge zwischen 130.000 Euro und mehr als 250.000 Euro. Im Durchschnitt werden den Bankmanagern der ersten Ebene 132.000 Euro gezahlt. Führungskräfte auf der zweiten Ebene unterhalb des Vorstands verdienen durchschnittlich 98.000 Euro.

Private Geschäftsbanken zahlen am meisten

Die verschiedenen Bankengruppen vergüten ihre Führungskräfte sehr unterschiedlich. Vor allem zwischen den privaten Geschäftsbanken und den Genossenschaftsbanken ist das Gehaltsgefälle beträchtlich: Während in Genossenschaftsbanken 81 Prozent der Führungskräfte Jahresgesamtbezüge in Höhe von maximal 100.000 Euro beziehen, liegt dieser Anteil bei privaten Geschäftsbanken lediglich bei 19 Prozent. "Die Höhe der Vergütung hängt neben dem Banktyp insbesondere von der Bedeutung einer Position für die zentralen Zielsetzungen einer Bank und von dem individuellen Erfolgsbeitrag der Führungskraft ab", sagt Vergütungsexperte von Hören.

Bankengruppe und Hierarchieebene beeinflussen variable Vergütung

88 Prozent der Führungskräfte auf erster Ebene und 85 Prozent auf zweiter Ebene erhalten eine variable Vergütung in Höhe von durchschnittlich 41.000 Euro beziehungsweise 20.000 Euro. 2007 waren es noch 81 Prozent beziehungsweise 79 Prozent der Führungskräfte. Am weitesten verbreitet sind Tantiemen und Boni in Privatbanken: Hier erhalten 98 Prozent der Führungskräfte durchschnittlich 29 Prozent ihres Gehalts in Abhängigkeit von Unternehmenserfolg und persönlicher Leistung. In den öffentlich-rechtlichen Banken dagegen beziehen lediglich etwa drei Viertel der Führungskräfte variable Zahlungen in einer durchschnittlichen Höhe von 14 Prozent der Gesamtbezüge. "Zunehmend empfinden Banken den geringen Spielraum für eine angemessene Differenzierung angesichts der derzeitig niedrigen Budgets für Gehaltserhöhungen als Herausforderung. Bei der Modernisierung der Vergütungssysteme werden daher flexible Regelungen gesucht. Der Trend zu variablen Vergütungssystemen ist weiterhin ungebrochen", sagt von Hören.

Firmenwagen werden als besonderer Anreiz genutzt

60 Prozent der Führungskräfte auf erster Ebene und 30 Prozent der Führungskräfte auf der zweiten Ebene fahren einen vom Unternehmen gestellten PKW. Vor zwei Jahren waren es noch 52 Prozent beziehungsweise 23 Prozent. Weiterhin ist der Firmenwagen im Bankensektor weit weniger verbreitet als in der übrigen Privatwirtschaft. Das durchschnittliche Anschaffungsbudget beträgt auf der ersten Ebene 44.000 Euro und auf der zweiten Ebene 34.000 Euro. Die meisten Bankmanager können ihren Wagen auch außerhalb der Arbeitszeit unbegrenzt nutzen. Nur in wenigen Fällen - zumeist bei Genossenschaftsbanken - existieren Beschränkungen wie eine Begrenzung der Kilometerzahl pro Jahr oder ein Ausschluss von Urlaubsfahrten. Fahrzeugmarke und Fahrzeugstyp sind in knapp der Hälfte der Fälle vorgeschrieben.

Quelle: Pressemeldung Kienbaum Consultants International GmbH

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