KKH-Allianz wächst 2008 um fast 19.000 Mitglieder
Nach Prognosen der KKH-Allianz ist in diesem Jahr erstmals wieder seit Beginn der 90er Jahre im Gesundheitswesen mit einer Kostensteigerung von über acht Prozent je Mitglied zu rechnen. So seien im ersten Quartal 2009 die Leistungsausgaben bei der KKH-Allianz bereits um diesen Prozentsatz geklettert. "Zuwächse von über acht Prozent sind nicht unrealistisch", sagte der Vorstandschef der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit in Hannover. "Das Problem ist angesichts der Wirtschaftskrise neben der Einnahme- auch die Ausgabenseite." Weder die demografische Entwicklung noch der technische Fortschritt seien hier ursächlich. Vielmehr habe die Politik mit ihrer milliardenschweren Unterstützung von Ärzten und anderen Leistungserbringern für diese Kostenexplosion gesorgt.
Angesichts dieser Entwicklung sprach sich Kailuweit für geeignete Maßnahmen aus, um einen weiteren Ausgabenanstieg zu verhindern. Denkbar wären zum Beispiel kostendeckende Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitslose und Empfänger des Arbeitslosengeldes II sowie die Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Medikamente. Ausdrücklich forderte Kailuweit einen aktiven Sparbeitrag in mehrfacher Milliardenhöhe von der Pharmaindustrie wie in den USA auf Initiative des US-Präsidenten jüngst geschehen. Eine Entlastung der Haushalte der Gesetzlichen Krankenversicherung um insgesamt rund zehn Milliarden Euro jährlich wäre so möglich.
Die KKH-Allianz stellte am 26. Juni 2009 ihren Jahresbericht 2008 der Öffentlichkeit vor. Trotz Hochkonjunktur verzeichnete die KKH-Allianz 2008 bei den Leistungsausgaben mit plus 4,8 Prozent je Mitglied einen mehr als doppelt so starken Anstieg wie bei den Einnahmen (plus 2,1 Prozent je Mitglied). "Größter Ausgabenposten waren die Krankenhauskosten, die mit 1,26 Milliarden Euro rund ein Drittel unserer Leistungsausgaben ausmachten und gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent pro Mitglied stiegen", so Rudolf Hauke, Mitglied des Vorstandes der KKH-Allianz. Mit über 750 Millionen Euro und einem Anstieg um 4,2 Prozent schlugen die Arzneimittelausgaben zu Buche.
Die Verwaltungskosten der KKH-Allianz dagegen erhöhten sich lediglich um 0,29 Prozent je Mitglied. Unter dem Strich endete das Jahr 2008 für die Kasse mit einem Ausgabenüberschuss von 60 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2009 erzielte die KKH-Allianz ein Einnahmeplus von rund 44 Millionen Euro. Im Jahr 2009 sei kein Zusatzbeitrag geplant.
Ihre Mitgliederzahl konnte die KKH-Allianz mit einem Nettozuwachs von fast 19.000 Mitgliedern deutlich steigern. "Im Gegensatz zu vielen anderen Kassen haben wir im vergangenen Jahr bewusst darauf verzichtet, die Beiträge zu erhöhen und damit unsere Versicherten zu belasten", so Hauke.
Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz
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