Junge Ärzte im Hartmannbund fordern humane Arbeitszeiten im Krankenhaus
"Eine erneute Legalisierung von unverantwortlich langen Diensten im Krankenhaus werden wir Ärzte nicht hinnehmen", warnt Dr. Uwe Mauz, Vorsitzender des Arbeitskreises ,Junge Ärzte" im Hartmannbund. Dass die EU trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofes im September diesen Jahres die Regelung der Bereitschaftsdienste nun den nationalen Regierungen überantwortet, kann gravierende Folgen für die Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern haben. "Trotz des Freibriefs aus Brüssel darf die Bundesregierung jetzt nicht hinter das EuGH-Urteil zurückfallen und die bisherige Regelung inklusive Marathondienste zementieren!" fordert Mauz zum Handeln auf.
Auch die Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes durch die Bundesregierung ist nicht zufriedenstellend, lässt sie doch - vorbehaltlich der Zustimmung des Arbeitnehmers - Dienste von 36 Stunden und mehr zu. "Darunter leidet die Qualität der Patientenversorgung und die Gesundheit des Arztes gleichermaßen", so Mauz. "Es ist jetzt dringen an der Zeit, für den Arzt unzumutbare und für den Patienten gefährliche Arbeitszeiten endgültig und eindeutig gesetzlich zu verbieten!"
Angesichts des Ärztemangels in Deutschland ist eine Entscheidung für die fortlaufende Ausbeutung von Krankenhausärzten fahrlässig und kurzsichtig. Nicht wenige Ärzte werden sich für ein Abwandern ins europäische Ausland entscheiden. Das darf nicht sein: bereits jetzt sind bundesweit in den Krankenhäusern knapp über 4600 Stellen unbesetzt. Setzt sich dieser Trend fort, werden schmerzhafte Lücken in der Patientenversorgung entstehen.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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