Generationenvertrag verliert an Glaubwürdigkeit

07.12.2005 | München
Die von Swiss Life beauftragte und von dimap communications durchgeführte Umfrage "Private Altersvorsorge im Meinungsbild der Bevölkerung" zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge erkannt hat. So glauben 68 Prozent der Befragten, dass eine Generationengerechtigkeit am ehesten erreicht wird, wenn jede Generation sich selbst rechtzeitig um die eigene Altersvorsorge kümmert.

Nur 27 Prozent halten am bisherigen Generationenvertrag fest. Jeder zweite befürwortet, dass eine gesetzliche Pflicht zur privaten Vorsorge eingeführt werden könnte.

Für die Umfrage wurden 1.004 repräsentativ ausgewählte Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews befragt. Das Ergebnis zeigt, dass die private Vorsorge im Bewusstsein der Bevölkerung einen immer wichtigeren Stellenwert einnimmt. Nur eine Minderheit von etwa 27 Prozent hält am System des Generationenvertrags fest, nach dem die Jüngeren für die Älteren mitbezahlen. Die Meinung, dass letztlich jede Generation für sich selbst vorsorgen muss, wird von allen Altersgruppen und sozialen Schichten der Gesellschaft mit überwiegender Mehrheit geteilt (68 Prozent).

Gründe für eine private Altersvorsorge

Die Aufrechterhaltung des Lebensstandards im Alter ist für 89 Prozent der Befragten ein entscheidendes Kriterium, um privat vorzusorgen. Für drei von vier der Befragten (77 Prozent) spielt darüber hinaus die Absicherung der Familie eine wichtige Rolle. Lediglich etwa ein Drittel (29 Prozent) sieht in der staatlichen Förderung eine Motivation für zusätzliche private Vorsorge.

Alter und Einkommen entscheidende Faktoren

Sieben von zehn Bundesbürgern (69%) haben nach eigener Auskunft bereits Maßnahmen zur finanziellen Absicherung im Alter getroffen, weitere 12 Prozent planen entsprechende Schritte, während knapp ein Fünftel (18%) erklärt, derartige Maßnahmen kämen für sie nicht in Frage.

In der Gruppe bis 29 Jahre sorgt nur knapp die Hälfte (43 %) privat vor, bei den 39jährigen sind es 82 Prozent und bei den bis 49jährigen 79 Prozent. Bei der Generation ab 50 sorgen 69 Prozent nach eigenen Angaben fürs Alter vor.

Das verfügbare Einkommen beeinflusst den Umfang der Vorsorge. Lediglich 36 Prozent der Befragten mit einem Nettoeinkommen von bis zu 1.000 Euro haben nach eigenen Angaben mit einer privaten Vorsorge begonnen. "Nach Abzug der laufenden Kosten bleibt ihnen oft kaum genug zum Leben, für private Vorsorge fehlen die finanziellen Möglichkeiten", erläutert Manfred Behrens, CEO von Swiss Life, diesen Teilaspekt der Umfrage. "Bei diesen Menschen ist die Gefahr einer Altersarmut überdurchschnittlich hoch. Hier sind Politik und Versicherungswirtschaft zum Handeln aufgefordert."

Bei höheren Einkommen beträgt die Quote zwischen 70 und 80 Prozent. Die Gruppe der 50jährigen betont in erster Linie, dass sich eine private Vorsorge für sie nicht mehr lohne (61%) und eine aus ihrer Sicht ausreichende Versorgung durch die staatliche Rente (51%) gegeben ist.

Wichtigste Aspekte bei der privaten Altersvorsorge

Als wichtige Aspekte privater Vorsorge hat die Umfrage festgestellt, dass die Vererbbarkeit gewährleistet sein muss (36 Prozent). Die Chance auf flexible Sparbeiträge ist für 30 Prozent der Deutschen wichtig. Weniger wichtig ist der Aspekt der staatlichen Förderung.

Quelle: Pressemeldung Swiss Life

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