Flughafen München GmbH weist ver.di-Attacken scharf zurück
"Die Gewerkschaft versucht hier mit Scheinlösungen und Nebelkerzen von ihrer Verantwortung für die anhaltende Misere im Ground-Handling-Bereich abzulenken", erklärte Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der FMG. "Wenn ver.di wirklich an einer Lösung interessiert wäre, hätten wir diese längst erzielen können."
Vertreter der Gewerkschaft hatten heute auf einer Presseveranstaltung behauptet, dass der Geschäftsbereich Ground Handling durch die Erfüllung von zehn Forderungen der ver.di-Tarifkommission saniert werden könne. Tatsächlich laufen die Vorschläge der Gewerkschaft jedoch vor allem darauf hinaus, die Verluste aus dem Ground-Handling-Geschäft in andere Unternehmensbereiche zu verlagern. Mit einigen der ver.di-Forderungen würde die wirtschaftliche Situation im Ground-Handling-Bereich gegenüber der gegenwärtigen Lage sogar noch einmal deutlich verschlechtert. So verlangt die Gewerkschaft unter anderem die Wiedereinführung eines sogenannten Familienturnus bei der Schichtplanung. Käme das Unternehmen dieser Forderung nach, würde die Verfügbarkeit der Mitarbeiter pro Jahr um 25 Tage verringert, die Flexibilität in der Personalplanung massiv reduziert und ein zusätzlicher Kostenaufwand in Höhe von mindestens acht Millionen Euro verursacht.
"Mit solchen Vorschlägen wird das Problem nicht gelöst, sondern verschärft", erklärte Kerkloh. "Wenn wir uns beim Ground Handling im Wettbewerb mit anderen Dienstleistern, die ohne die Tarifstrukturen des öffentlichen Dienstes arbeiten, behaupten wollen, müssen auch wir zu marktfähigen Strukturen kommen. Das geht nur mit einem neuen Tarifsystem. Wir haben dazu ein faires Konzept vorgelegt, das unter anderem eine Besitzstandswahrung beim Einkommen für die gegenwärtig im Ground Handling beschäftigten Mitarbeiter sowie eine mehrjährige Arbeitsplatzgarantie vorsieht."
Angesichts der Weigerung der Gewerkschaft, sich an einer konstruktiven Lösung zur Sanierung des Ground Handlings zu beteiligen, ist die Zukunft dieses Geschäftsbereiches innerhalb des FMG-Konzerns mittlerweile höchst unsicher.
Im kommenden Jahr laufen die entscheidenden Verträge mit den Hauptkunden auf der Airlineseite ab. Um in den Verhandlungen über neue Verträge marktfähige Preise anbieten zu können, benötigt die FMG ein schlüssiges Sanierungskonzept, das nach wie vor an der starren Haltung der Gewerkschaft scheitert. "Ohne kostendeckende Verträge haben wir keine Arbeit für die Beschäftigten.", so Kerkloh, "Damit besteht die Gefahr, dass wir das Geschäftsfeld und damit auch die hier angesiedelten rund 1.800 Arbeitsplätze nicht mehr lange im FMG-Konzern halten können. Zwar werden auch private Anbieter, die dann zum Zuge kämen, Beschäftigte für diese Arbeit benötigen - für die einzelnen Mitarbeiter wäre es aber zweifellos besser, wenn sie auch zukünftig unter dem Dach der Flughafengesellschaft beschäftigt werden könnten."
Quelle: Pressemeldung Flughafen München GmbH
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