Familienpflegezeit: War da was?

20.10.2011 | Berlin
Anlässlich der abschließenden Lesung des Familienpflegezeit-Gesetzes im Plenum des Deutschen Bundestages erklärt Barbara König, Geschäftsführerin des Zukunftsforum Familie e.V.:

"Der zentrale Schwachpunkt des Gesetzes ist und bleibt der fehlende Rechtsanspruch der Beschäftigten, die Familienpflegezeit nutzen zu können. Damit wird die Situation berufstätiger pflegender Angehöriger nicht verbessert. Lediglich eine kleine Minderheit fest angestellter und gut verdienender Beschäftigter in Großbetrieben wird in der Realität von dem Schröderschen Fördergesetz etwas haben. Die überwiegende Mehrheit der Pflegenden - zu mehr als 70 Prozent Frauen - geht leer aus.

Die Beschäftigten müssen die Übernahme von Pflegeverantwortung mittels Lohnverzicht über bis zu vier Jahre selbst finanzieren. Verschärft wird die soziale Schieflage des Gesetzes durch die Regelung, wonach in der Regel die Beschäftigten auch die Kosten für eine private Versicherung gegen das Risiko ihres eigenen Todes oder ihrer Berufsunfähigkeit tragen.

Wir sprechen uns klar gegen eine solche Privatisierung und Individualisierung der Pflegeverantwortung aus. Stattdessen fordern wir, die im Pflegezeitgesetz vorgesehene kurzfristige

zehntägige Freistellung mit einem Anspruch auf Lohnfortzahlung analog zum Kinderkrankengeld auszustatten. Für die längerfristige Übernahme von Pflegeverantwortung sollte unabhängig von der Betriebsgröße ein gesetzlicher Anspruch auf Arbeitszeitreduktion bestehen, wie und solange dies die individuelle Pflegesituation erfordert. Dies muss mit dem Anspruch gekoppelt werden, von Teilzeit wieder auf Vollzeit aufstocken können. Für Teile der Pflegezeiten sollten steuerfinanzierte Lohnersatzleistungen analog zum Elterngeld eingeführt werden. Wichtig erscheint uns auch ein gesonderter Freistellungsanspruch für Arbeitnehmer/innen für die Begleitung eines sterbenden Menschen unabhängig von dessen Pflegestufen-Status."

Quelle: Pressemeldung Fachverband Zukunfsforum Familie

Dieser Beitrag wurde bisher 107 mal gelesen.
(Rang 1318 auf arbeitsmarkt-news.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

"Gleiche Rahmenbedingungen für alle Freiwilligendienste"

371 mal gelesen. Rang 48 auf arbeitsmarkt-news.de.

23.11.2011 | EKD-Bevollmächtigter würdigt Erfolgsgeschichte der freiwilligen Dienste

weiter in "Gleiche Rahmenbedingungen für alle ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

418 mal gelesen. Rang 28 auf arbeitsmarkt-news.de.

21.11.2011 | vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an den Kosten der Energiewende

weiter in Netzentgelte: Regierung schröpft ...

Aus BKK Dr. Oetker wird Heimat Krankenkasse

07.11.2011 | Die BKK Dr. Oetker ändert zum 1. Januar 2012 ihren Namen und ihr äußeres Erscheinungsbild

weiter in Aus BKK Dr. Oetker wird Heimat ...



Aktuelles

Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation

Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...

weiter ...

Mainz macht Medienzukunft

Medienwirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten am...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

EvoBus Werk Mannheim bis Jahresende gut ausgelastet

EvoBus baut das Kompetenzcenter Rohbau im Werk Mannheim...

weiter ...

Weitere Themen

Mercedes- Benz Werk Mannheim verbucht gutes Jahr 2011

Motorenwerk bis Jahresende gut ausgelastet Neuer Motor...

weiter ...

ARAG North America - Center of Excellence

ARAG N.A. zählt zum dritten Mal zu den besten Arbeitgebern

weiter ...

Archiv

Gleiche Rahmenbedingungen für alle Freiwilligendienste

EKD-Bevollmächtigter würdigt Erfolgsgeschichte der...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Verschiedenes

Sind Geschenke Bestechung?

Ein Geschenk in Ehren kann niemand verwehren. Dass dies...

weiter ...

Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag bei der Honorararztregelung muss weg!

Die Vergütungssituation der internistisch tätigen Belegärzte...

weiter ...