Arbeitszeitgesetz endlich umsetzen
"In schamloser Weise wird der überdurchschnittliche Einsatzwille der Ärztinnen und Ärzte im Krankenhausbereich von Kostenträgern und Arbeitgebern im Krankenhausbereich als stille Rationalisierungsreserve offenbar fest einkalkuliert!"
Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, zeigte sich in Berlin anlässlich der traditionellen Neujahrs-Pressekonferenz des größten freien Ärzteverbandes in Deutschland empört darüber, dass das Arbeitszeitgesetz in deutschen Krankenhäusern - "fast fünf Jahre nach Inkrafttreten!" - noch immer nicht umgesetzt sei.
Umfragen unter Krankenhausärzten hätten gezeigt, dass zwei Drittel der Überstunden weder durch Geld noch durch Freizeit abgegolten würden. Durch den Zwang zu unbezahlten, nachgeordneten und nicht immer ärztlichen Tätigkeit würde die junge Ärztegeneration ausgebeutet: "Hier wird Raubbau an der Gesundheit junger Ärztinnen und Ärzte getrieben, hier wird Schindluder mit der nachwachsenden Generation eines ganzen Berufsstandes getrieben!"
Das jährliche Überstundenvolumen aller deutschen Krankenhausärzte werde derzeit auf rund 51 Millionen Stunden geschätzt. Dies entspräche etwas 33000 Vollzeitstellen, so Dr. Thomas. Würde nur ein Bruchteil davon eingerichtet, ließe sich für Patienten wie für Ärzte schon vieles verbessern. Fakt sei jedoch, dass die Qualität der Leistungen in den deutschen Krankenhäusern sich zwangsläufig verschlechtere, wenn die Arbeitsbedingungen für die Krankenhaus-Ärzte immer unzumutbarer werden.
Dr. Thomas forderte die umgehende Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes und bei Verstoß gegen dieses Gesetz "die konsequente Anwendung der im Gesetz vorgesehenen Straf- und Bußgeldvorschriften".
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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