Ärzte Brauchen Neue Perspektiven

16.11.2007 | Berlin
Eine "Renaissance der freien Ärzteverbände" erwartet der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Klaus Bittmann, in den nächsten Jahren. "Die Ärzteschaft braucht neue Perspektiven, die ihr die Selbstverwaltung - allen voran das KV-System - nicht bieten kann. Statt die Interessen der Ärzte zu vertreten, fungiert die Selbstverwaltung als Ordnungsbehörde, die staatlich gewünschte Einschränkungen in der Berufsfreiheit an die Ärzte weitergibt.

Dadurch wird der eigentlich schöne Arztberuf immer unattraktiver", kritisiert Dr. Bittmann. Als freier fachübergreifender Verband sei der NAV-Virchow-Bund gefordert, Chancen zu erkennen und aufzuzeigen. "Die ärztliche Tätigkeit in der eigenen Praxis muss für junge Mediziner wieder zu einer erstrebenswerten, erfüllenden und wirtschaftlich zukunftssicheren Berufsperspektive werden", erklärt der Bundesvorsitzende anläßlich der Bundeshauptversammlung.

Kritik übt Dr. Bittmann an den Versuchen der Politik, das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis auszuhebeln und die ureigene ärztliche Berufsfreiheit an allen Ecken und Enden zu beschneiden. "Ob Lauschangriff oder Meldepflicht bei so genannten selbstverschuldeten Krankheiten, ob Budgetierung oder Rationierung, ob Krankenkassenanfragen oder komplizierte Abrechnungsverfahren - die Arbeit des Arztes wird immer stärker von außen bestimmt. Dass Ärzte immer noch als Freiberufler (Thema der Öffentlichen Veranstaltung der Bundeshauptversammlung) gelten, mutet unter diesen Umständen wie ein schlechter Witz an!"

Von der Politik sei man Druck und Bevormundungsversuche gewöhnt, erklärte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, doch die Janusköpfigkeit der eigenen Selbstverwaltung würde immer mehr Ärzten sauer aufstoßen. "In solch einer Situation dürfen wir nicht resignieren, sondern müssen das Heft selbst in die Hand nehmen", betont Dr. Bittmann. "Das sind wir den Patienten, dem ärztlichen Nachwuchs und uns selbst schuldig!"

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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