37 371 Kosmetikinstitute in Deutschland
Anhaltend rasant verlief die Entwicklung der Kosmetikinstitute auch im vergangenen Jahr. Zum Stichtag 31.12.2004 verzeichnete der Handwerkskammertag in Berlin insgesamt 37 371 Kosmetikinstitute im gesamten Bundesgebiet und damit 3 519 mehr als im Jahr zuvor.
Neuer Rekord
Regelmäßig fragt die Redaktion der Fachzeitschrift KOSMETIK international die jeweils aktuellen Zahlen ab und kann so die Entwicklung der Kosmetikinstitute in Deutschland im Detail aufzeigen. Auffallend ist, dass die Zuwachsraten bei den Instituten seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich steigen. Doch ein zweistelliger Zuwachs ist bislang einmalig: Plus 10,4 Prozent in 2004 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet eine neue Höchstmarke. Die Rekordzuwächse der beiden letzten Jahre wurden damit nochmals überboten.
Irina Oertel vom Deutschen Handwerkskammertag nennt als Gründe für diese nochmalige deutliche Steigerung im Gründungsgeschehen zum einen die Möglichkeit, eine sog. Ich-AG zu gründen und damit die verbundenen Förderungen zu nutzen und zum anderen die anhaltend positive Beurteilung des Marktes: »Die Chancen einer erfolgreichen Selbstständigkeit im Kosmetikgewerbe werden unvermindert optimistisch gesehen.«
Top-Zugangsquote
Spitzenreiter bei den Zugängen war Bayern (+1 443). Dieses Bundesland weist nun 7 853 Kosmetikinstitute auf, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (+1 438) mit nunmehr 7 537 Instituten. Insgesamt wurden bundesweit 6 867 Zugänge registriert, diesen stehen 3 348 Abgängen gegenüber. Das sind mehr als doppelt soviel neueingetragene Betriebe wie gelöschte. Die Zugangsquote von 20,3% markiert ebenfalls einen neuen Rekord. Und »auch für die kommenden Berichtsperioden ist nicht mit einer Umkehr dieser Entwicklung zu rechnen«, so die Prognose des Deutschen Handwerkskammertags.
Dadurch, dass die Dienstleistungen in den meisten Kosmetikinstituten kontinuierlich ausgebaut werden, bietet sich die Möglichkeit, einen größeren Kundenkreis anzusprechen und weiteren Bedarf zu schaffen. »Zählten vor einigen Jahren vorwiegend Frauen mittleren Alters zur Kundschaft der Kosmetikinstitute, so hat sich nicht nur der Altersdurchschnitt nach unten verändert, sondern auch der durchschnittliche Anteil männlicher Kunden erhöht«, weiß Irina Oertel.
Auch bei den gewünschten Leistungen lassen sich in den vergangenen Jahren Veränderungen ablesen. »Neben klassischer Kosmetikbehandlung, Manicure und Pedicure haben Farb- und Stilberatung, Nagel- und auch Fußmodelage, Permanent Make-up und verschiedene apparative Behandlungen Einzug in die Institute gehalten.« Zweifellos profitiert die Branche auch vom Wellness- und Fitness-Boom. Die Ansprüche an das persönliche Erscheinungsbild sind weiter gestiegen, wovon nicht nur Schönheitschirurgie, Fitnessclubs und Spas, sondern auch Kosmetikinstitute profitieren.
Professionalität gefragt
Man sollte allerdings bedenken, dass gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit die Selbstständigkeit häufig auch eine ‘Flucht nach vorn’ bedeutet. Und dass dieses Unterfangen nicht immer erfolgreich ist, verdeutlicht auch die relativ hohe Abgangsquote von 9,9%. Im Vergleich zeigt sich jedoch, dass in 2002 und 2003 prozentual mehr Schließungen zu verzeichnen waren als im vergangenen Jahr. Warum ein Geschäft aufgegeben wird, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Vor allem die Schließung aus Altersgründen wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Doch viele Instituts-Inhaberinnen müssen auch aufgeben, weil ihr Unternehmen schlichtweg unrentabel ist. Wie auch in anderen Branchen werden sich nur die Betriebe langfristig erfolgreich am Markt behaupten können, die sich mit einem professionellen Behandlungs- und Warenangebot präsentieren, das exakt auf den jeweiligen Standort und die Zielgruppe zugeschnitten ist.
Quelle: Pressemeldung Kosmetk International Verlag
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